smood will Thüringen zum Innovationsführer beim Quartiersumbau machen

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Auf dem 3. ThEEN-Innovationsdialoges in Weimar ist am Mittwoch der regionale Wachstumskern „smood – smart neighborhood“ vorgestellt worden. Ziel des Projektes ist es, Bestandsquartiere mit hohem lokalen Selbstversorgungsgrad erneuerbarer Energien energetisch und warmmietenneutral umzubauen. pv magazine hatte Gelegenheit mit Kersten Roselt über die Pläne der Initiative zu sprechen. Er ist unternehmerischer Bündnissprecher des Projektes und Geschäftsführer der Jena-Geos.

pv magazine: Wer und was verbirgt sich hinter smood?

Kersten Roselt (Foto): Smood ist eine thüringische Initiative von 17 Unternehmen, 4 Forschungseinrichtungen und einem Verein. Mit smood haben wir uns die „smart neighborhood“ zum Ziel gesetzt: Die Initiative wird von der Vision getragen, lebenswerte, effiziente und umweltfreundliche Wohnquartiere zu schaffen. Speziell geht es um eine zukunftsfähige energetische Modernisierung von Wohnquartieren zu einem energetischen Quellen- und Verbraucherverbundsystem mit einem hohen lokalen Selbstversorgungsgrad erneuerbarer Energien. Sitz unserer Initiative ist Jena.

Welche Kriterien stehen dabei im Vordergrund?

Wir bringen die Sektorenkopplung in das Quartier. Die gemeinsame Kernkompetenz unserer Partner verbindend, realisieren wir mit smood vom digitalisierten Planungsprozess über neuartige Quartiersspeicher für Strom und Wärme bis hin zur Steuerungs- und Betriebsführungslösung eine neuartige systemische Wertschöpfung. Diese Quartiere werden damit zu dezentralen Kraftwerken, die sowohl von den Wohnungs- als auch den Energieversorgungsunternehmen wie auch von Dritten betrieben werden können. Dabei muss nicht alles neu erfunden werden. Mit unserem optimalen Mix der vom smood-Team entwickelten Energiebereitstellungs- und Steuerungstechnologien mit den geeigneten integrierten Bestandstechnologien schaffen wir ein elastisches System, dass der Nutzer- und Eigentümerstruktur des Quartiers gerecht wird. Beispielsweise können wir dann überschüssigen Photovoltaik-Mieterstrom in der von unserem Team entwickelten ‚Quartiers-Batterie‘ speichern.

Beziehen sich ihre Methoden und Planungen auf bestehende oder neue Quartiere?

Wir stellen uns der Herausforderung, spezialisierte Lösungen für die Planung, Energieversorgung und den Betrieb von Bestands-Wohnquartieren in einem systemischen Ansatz zu entwickeln.

An wen richten sich ihre Dienstleistungen?

Mit unseren künftigen Produkten und Dienstleistungen werden beispielsweise Wohnungsunternehmen darin unterstützt, Energiedienstleister zu werden und gleichzeitig deren Mieter unterstützt. Auch wird Energieversorgungsunternehmen geholfen, die komplexe Leistung der dezentralen Versorgung in ihren Kundenquartieren umzusetzen. smood bedient damit die technologische Weiterentwicklung und das Geschäftsfeld dezentraler Energie im Quartier zwischen Wohnungswirtschaft und Energieversorgern. Die von uns angebotene Leistung zielt auf die Erhöhung der Energieeffizienz, des (Nutz-)Werts und der Attraktivität der zu sanierenden Gebäude und damit auf die Erhöhung der Nachfrage nach diesen Immobilien. Erfolgskriterium ist die Wirtschaftlichkeit: Die mit smood verfolgte Reduzierung des Warmmietenanteiles dient der teilweisen Abfederung von Kaltmietenerhöhungen, die aus turnusmäßiger Gebäudesanierung resultieren.

Sie haben das Assessment-Center des Forschungsministeriums bereits durchlaufen. Wie ist es ausgegangen?

Wir haben mit Bravour bestanden. Unser Team ist stolz darauf, mit welcher Professionalität wir unser Innovationskonzept vor den Gutachtern des Bundesforschungsministerium in einem eintägigen Prüfungsmarathon verteidigt haben. Es hat uns ein außergewöhnliches Konzept bescheinigt.

Was bedeutet dieser Erfolg für die weitere Entwicklung von smood?

Das Bundesforschungsministerium fördert die Technologieplattform als Regionalen Wachstumskern von 2019 bis 2022. Start von smood mit seinen fünf ineinandergreifenden Verbundprojekten ist im Mai 2019. Wir beabsichtigen, Ende 2019 die smood GmbH zu gründen. Im Jahre 2022 werden die ersten smood-Quartiere umgebaut. Thüringen will Innovationsführer beim energetischen Quartiersumbau werden und unsere Initiative ist ein wichtiger Baustein dabei. Bereits heute können im Verbund unserer Ingenieursgenossenschaft EnergieWerkstadt eG effiziente und ökologische Quartierslösungen als integrierte Konzepte oder Planungen realisiert werden.