Fragen und Antworten zum Webinar „100 Prozent Kapazitätsgarantie“ mit Senec – Teil 1

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Senec, Initiativpartner des Webinar am 25. Juli, hat ein Kapazitätsmanagementsystem eingeführt, das es erlaubt, zehn Jahre lang 100 Prozent der Speicherkapazität zu garantieren, die die Kunden kaufen. Die Senec Experten haben im Webinar einen Bogen gespannt von der Cloud über andere Produkteigenschaften zum Kapazitätsmanagementsystem und einer ersten Grobabschätzung der Wirtschaftlichkeit. Julian Jansen, Senior Analyst bei IHS hat im Anschluss Untersuchungen zum LCOE von Solar- und Speicheranlagen in Europa vorgestellt.

Hier können Sie das Webinar nachsehen und die Präsentationen herunterladen.

Da die Teilnehmer sehr viele Fragen stellten, für deren Beantwortung die Zeit nicht reichte, beantwortet Senec im folgenden die direkten Fragen zum Produkt. Weitere Fragen zur Cloud, zum Batteriemanagementsystem und zu der 100 Prozent Garantie folgen in weiteren Artikeln. Außerdem findet am 11. September ein Vertiefungswebinar zum Thema Batterietechnik, Batteriechemie und Kapazitätsmanagement statt. Dort werden auch die Fragen aufggriffen. Außerdem wird Senec Wirtschaftlichkeitsberechnungen mit absoluten Zahlen präsentieren (zur Anmeldung). Am 27. September folgt dann ein Webinar speziell zur Senec-Cloud.

 

Antworten auf Fragen zum Produkt:

Die neue Version der Heimspeicher-Reihe Senec.Home trägt die Bezeichnung Senec.Home V2.1. Der Speicher wurde auf der ees Europe in München das erste Mal vorgestellt und seit dem an Senec-Kunden ausgeliefert. Die folgenden Fragen aus dem Webinar betrafen konkret dieses System. Sie wurden von Fred Hassepass, Technischer Trainer bei Senec und Torsten Schmidt, Stellvertretender Leiter der Entwicklungsabteilung schriftlich beantwortet.

 Ist dieser Homespeicher ein ein- oder dreiphasiges System?

Es handelt sich um ein dreiphasig angeschlossenes Speichersystem, das auf einer Phase Energie liefert. Somit wird sichergestellt, dass über alle drei Phasen kumuliert kein Strom aus dem Netz entnommen wird (3-Phasen Kompensation).

Wird es dreiphasige Speicher mit mehr Leistung geben und wann?

Wir setzen im Heimbereich weiterhin auf einphasige, wirtschaftlichere Wechselrichter. Es erfolgt zudem eine 3-Phasenkompensation über den saldierenden Zähler, so dass sich der Endkunde bilanziell gleich stellt.

Im Webinar haben Sie angegeben, dass zehn Kilowatt Kapazität 10.000 Euro kosten. Für welches Produkt gilt das?

Es handelte sich um einen fiktiven Wert, den wir zur Veranschaulichung des Prinzips gewählt haben. Den Verkaufspreis legen die Installationspartner fest. Die unverbindliche Preisempfehlung für das 10-kWh-Gerät beträgt 8.990 EUR netto.

pv magazine Webinar

Wie kann man eigentlich die Kapazität eines Speichers „managen“? Welche Rolle spielen Temperatur und Aufstellungsort? Ist das nicht einfach eine eingebaute Reservekapazität?

Die vielen Fragen aus dem ersten Webinar mit Senec am 25. Juli haben uns dazu motiviert, noch tiefer einzusteigen. Die Experten des sächsischen Speicherherstellers und Initiativpartners dieser Webinar-Serie werden daher in einem zweiten Webinar am 11. September die Zuschriften aufgreifen und das Kapazitätsmanagementsystem (KMS), das die neuen Geräte inklusive mitliefern, im Detail erläutern.
Außerdem wird die Wirtschaftlichkeit in absoluten Zahlen vorgerechnet, so dass der Effekt des KMS deutlicher wird. Und es gibt auf jeden Fall eine ausführliche Fragerunde in der wir auch offene Fragen aus dem ersten Webinar beantworten. Zum Beispiel:

  • Kann ich genau die Kapazität nutzen, die auf dem Typenschild des Akkus steht?
  • Ist es möglich, alte Systeme damit nachzurüsten und was kostet das?
  • Ist das KMS patentiert?
  • Sind die Zellen über 10 Jahre alterungsfrei?

Ist der Speicher größer geworden und wenn ja, warum?

Ja, der Speicher ist tiefer als das Vorgängermodell, er verfügt nun über eine quadratische Grundfläche. Der Grund dafür ist die Integration der neuen Batteriemodule.

AC-Kopplung bedeutet doch höhere Lade- und Entlade-Verluste als bei DC-gekoppelten Speichern. Wie und wo werden diese Nachteile berechnet?

Unsere Erfahrung zeigt, dass die Gesamtenergie, die ein System aus Photovoltaikanlage und AC-Kopplung zur Eigenversorgung bereitstellt, durchaus gleich oder sogar höher ist als die guter DC-Systeme. Auch DC-Systeme unterliegen einiger Wandlungen, die Verluste bedeuten. Hinzu kommt der Vorteil der flexiblen Integration in bestehende Systeme. Wir werden unsere Speicher extern nach dem Effizienzleitfaden vermessen lassen, die Informationen werden wir veröffentliche, sobald sie verfügbar sind.

Mit welchen Wechselrichtern sind die Senec-Batterien kompatibel? Sind sie zum Beispiel mit Solax (X-Hybrid) oder anderen asymmetrisch funktionierenden Wechselrichtern kompatibel?

Die Liste der zertifizierten Wechselrichter für Senec-Energiespeichersysteme ist im Downloadbereich des Kundenportals mein-senec.de abgelegt. Hier findet der Installateur auch Installationshinweise zur einfachen Integration. Sollte der Photovoltaik-Wechselrichter nicht aufgeführt sein, wird die Photovoltaikanlage mit Hilfe eines weiteren EnFluRi eingebunden.

Wie kann ich die Notstromoption nutzen? Was ist technisch notwendig? Muss man wie bei anderen Herstellern eine Notstrombox für zirka 1.000 Euro kaufen?

Ja, eine Notstrombox zur Absicherung der nachfolgenden Anschlüsse ist notwendig. Sie wird zusammen mit einem entsprechenden Notstrompaket erworben. Die Kosten hierfür betragen deutlich unter 500 Euro.

Welche Überlastleistung haben die Geräte und welche Verbraucher kann man mit der Notstromoption betreiben? Lassen sich damit Staubsauger oder Wärmepumpen einschalten?

Die maximale Wirkleistung im Netzersatzfall beträgt 1.000 Watt (bis zu 1.380 Watt, der Anschluss ist mit sechs Ampere abgesichert). Betreiben lassen sich damit zum Beispiel Kühlschrank, Staubsauger, Bohrmaschine und Flex (diese Geräte haben wir bei uns im Labor getestet). Geräte mit sehr hohem Anlaufstrom (Poolpumpen) können teilweise problematisch sein.

Was genau bedeutet dynamische Steuerung des Photovoltaik-Wechselrichters?

Der Senec Speicher und der Photovoltaik-Wechselrichter kommunizieren im Regelfall direkt miteinander. Senec steuert die teilweise notwendige Abregelung der Solaranlage, beziehungsweise versucht diese durch intelligente Ladestrategie zu vermeiden.

Werden in Zukunft auch Speicher mit Plug-In für die Steckdose kommen (ähnlich Kleinst-Photovoltaik-Anlagen)?

Aktuell planen wir das nicht.

Sammeln Sie die Batterien am Ende der Nutzungsdauer? Welchen Recyclingplan haben Sie?

Ja, die Batterien werden zum Lebensdauerende zurückgenommen. Die unentgeltliche Rücknahme und Verwertung von Altbatterien ist gemäß Batteriegesetz (BattG) verpflichtend. Senec gewährleistet das über das Rücknahmesystem ERP – European Recycling Plattform. Aktuell werden Lithium-Altbatterien entsorgt, das heißt thermisch verwertet. Die Hauptkomponenten wie Aluminium und Kupfer können bereits teilweise zurückgewonnen werden. Mit steigender Anzahl von Altbatterien wird sich das Recycling zunehmend auch finanziell lohnen und ein Markt ähnlich wie bei Bleibatterien entstehen. Theoretisch sind die Bestandteile zu einem sehr hohen Anteil (größer 90  Prozent) recyclebar.

Wie verhalten sich Ihre Batterien in Gegenden, in denen die Temperatur zwischen 35 und 42 Grad Celsius liegen kann?

Der Speicher geht bei hohen Temperaturen in die Leistungsreduktion. Hierfür sind die Messwerte aus dem Wechselrichter, dem Gehäuse und den Batteriemodulen ausschlaggebend. Bei Batterietemperaturen von über 45 Grad Celsius erfolgt sicherheitshalber die Abschaltung.

Ist das Gerät durch einen Mann bewegbar?

Ja, der Senec Home V2.1 hat ein Leergewicht von 61 Kilogramm. Gemäß DGUV sind zum Transport an den Aufstellort allerdings zwei Personen notwendig. Die Batteriemodule werden separat verpackt angeliefert, sie können mit einem Gewicht von 22 kg durch eine einzelne Person getragen werden.

Sie sagen, Sie nutzen moderne NCA Technologie. Doch ist diese nach dem Unfall im Boeing Dreamliner aufgrund des Brandrisikos in Verruf geraten. Wieso nutzen Sie nicht sicherere Technologien wie Lithium-Eisenphosphat, die zudem keine giftigen Schwermetalle enthalten?

Wir setzen im neuen Batteriemodul NCA-Zellen (Lithium-Nickel-Cobalt-Aluminium-Oxid) ein. Aktuell stammen diese von Samsung. Von der reinen Zellchemie her sind die NCAs mit den weltweit millionenfach eingesetzten NMCs vergleichbar. Sie bieten Vorteile bei Energiedichte und Preis. NCA-Zellen stellen im Moment die modernste, für uns kommerziell verfügbare Zelltechnologie dar. Ziel der Zellhersteller ist es, mittelfristig den Anteil an Cobalt deutlich zu reduzieren. Langfristig wird es komplett ersetzt werden können.

Betrachtet man nur die Reaktionstemperaturen, könnte man auf die Vermutung kommen, NCA wäre unsicher. Es ist allerdings immer das Gesamtsystem zu betrachten und zu bewerten. Wir haben ein mehrstufiges Sicherheitssystem auf allen Ebenen (Zelle, Modul, Gesamtsystem) implementiert, das einen ungestörten Betriebsablauf sichert.

Zu behaupten Lithium-Eisen-Phosphat (LFP) wäre per se sicherer, ist falsch. Die Thematik LFP vs. NMC (NCA) wurde bereits mehrfach und auch im pv magazine diskutiert. Im Webinar am 11. September (siehe oben) wird Jörg Kaiser, Unabhängiger Technologieberater und ehemaliger Forschungsgruppenleiter am KIT Karlsruhe dazu stellung nehmen.