Antworten auf Fragen aus dem Webinar mit K2 Systems

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Anfang Juli stellte Nadine Wade, Produktmanagerin bei K2 Systems, im pv magazine Webinar die Neuentwicklungungen der Flachdachsysteme vor. Mit diesen, so K2, lasse sich der Ballast um 20 bis 30 Prozent reduzieren. Eine neue Auflagematte soll Bewegungen durch thermische Ausdehnung der Unterkonstruktion und Module ausgleichen. Günther Fischer, Professor an der Hochschule Esslingen, Bereich Maschinenbau Kunststofftechnik, erläuterte die Wechselwirkungen zwischen Dachbahnen und aufgelegten Kunststoffen und warum seiner Einschätzung nach das neue Auflagepad in dieser Hinsicht unbedenklich sei. Im folgenden beantwortet K2 Systems besonders relevante Fragen aus dem Webinar und Fragen, die aus Zeitgründen nicht mehr beantwortet werden konnten.

Hier können Sie das Webinar nachsehen und die Präsentationen von Nadine Wade und Günther Fischer herunterladen.

 

Mit dem neuen System kann nach Ihren Aussagen der Ballast gegenüber dem bisherigen System um 20 bis 30  Prozent reduziert werden. Bitte geben Sie ein nachvollziehbares Beispiel, das zeigt, wie hoch typische Ballastierungswerte pro Quadratmeter sind und wie die Kilogramm pro Quadratmeter durch die Neuentwicklung sinken?

Nadine Wade: Die beiden neuen Flachdachsysteme S- und D-Dome V benötigen eine deutlich geringere Ballastierung aufgrund von zwei Faktoren. Zum einen haben die Systeme eine neu entwickelte Matte, die aufgrund ihres Materials, dem EPDM, einen höheren Reibbeiwert besitzt. Dadurch reduziert sich der benötigte Ballast gegen das Verschieben. Zum anderen kompensieren die Montagesysteme durch ihren Aufbau die auf dem Dach üblichen Toleranzen wodurch größere Modulblöcke geplant werden können und sich der notwendige Ballast ebenfalls reduziert. Hier zwei Beispiele für ein Ost-West-System (D-Dome V):

  • Ballastreduktion um etwa 1/3 des bisherigen Ballastes für eine Photovoltaik-Anlage in Windlastzone 3 und durchschnittlich vier Kilogramm pro Quadratmetern
  • Ballastreduktion um etwa 40 Prozent des bisherigen Ballastes in der Windlastzone 1 und im Durchschnitt 0,5 Kilogramm pro Quadratmeter

Wie hoch ist die Punktbelastung, wenn keine Lastverteilung mit Schienen erfolgt?

In den bisherigen Dome Classic Systemen und auch in den neuen Dome V Systemen erfolgt eine Lastverteilung über die Bautenschutzmatte beziehungsweise das Auflage-Pad unter den Schienen. Für spezielle Projekte mit sehr hohen Lasten, beispielsweise durch eine hohe Schneelast, berechnet das kostenlose Berechnungstool Base On automatisch eine an die Lasten angepasste, höhere Anzahl an Auflage-Pads „Mat V“, um eine breitere Lastverteilung zu erreichen.

Das pv magazine Webinar von K2 findet auch auf Englisch statt

Wie sieht es mit der Blitzstromtragfähigkeit aus? Wie lässt sich in diesem Sinne normgerecht installieren?

Wir haben selbstverständlich eine Empfehlung, wie das S- und D-Dome V System in ein bestehendes Blitzschutzsystem eingebunden werden kann. In jedem Fall ist das Blitzschutzkonzept mit einem Blitzschutzplanungsbüro oder einer Blitzschutzfachkraft abzustimmen und die Anforderungen hinsichtlich der Planung sind den einschlägigen Normen zu entnehmen.

Muss man bei einem Reihenende die Module genau an der Modulkante befestigen, oder kann man auch einige Zentimeter in Richtung Modulmitte befestigen?

Die Solarmodule werden gemäß der Montageanleitung an der kurzen Seite geklemmt, da die Systeme für eine Eckklemmung der Module ausgelegt und von den Modulherstellern freigegeben worden sind. Zur Überprüfung können alle Modulfreigaben auf der K2-Website in einer umfangreichen Übersicht eingesehen werden. (Modulfreigaben)

Unterstützen Ihre Systeme die Leitungsverlegung unter den Modulen?

Ja, für alle unsere Flachdachsysteme haben wir eine schnelle und einfache Kabelmanagementlösung. Im Fall der neuen Dome V Systeme erhält der Kunde in der Artikelliste, die am Ende automatisch in Base On erzeugt wird, unseren sogenannten Cable Manager. Dieser kann an jeder beliebigen Stelle des Modulrahmens angebracht werden, um die Modulkabel aufzuräumen.

Eine der wesentlichen Neuerungen ist das neue schubweiche Auflagepad, das Bewegungen des Systems teilweise aufnehmen kann. Welche Kennwerte beschreiben die Eigenschaften des Pads?

Die Kennwerte werden vor allem durch die konstruktive Ausführung und die Eigenschaften des Materials bestimmt. Mit Hilfe einer Auslegung in Base On findet eine automatische Dimensionierung für die individuellen Rahmenbedingungen der jeweiligen Projekte statt.

Wie stehen Sie zur bauaufsichtlichen Zulassung?

Eine deutsche bauaufsichtliche Zulassung hat sich für K2 Systems aufgrund der Internationalisierung nicht bewährt. Wir gehen inzwischen den Weg der ETA, der Europäisch Technischen Bewertung, um eine allgemein gültige Zulassung für den gesamten europäischen Raum zu besitzen.

Für die neuen Dome V Systeme sind alle Bauteile und Verbindungen über eine statische Dimensionierung nachgewiesen. Eine bauaufsichtliche Zulassung, kurz abZ, ist immer dann erforderlich, wenn die Bauteile und Verbindungen nur über einen Versuch nachweisbar sind. Da wir einen statischen Nachweis haben, benötigen wir gar keine abZ.

Neben der Begrenzung auf Deutschland ist auch die lange Wartezeit zum Erreichen einer abZ ein weiterer Nachteil der Zulassung, da diese gegenüber den Markterfordernissen in den meisten Fällen nicht vertretbar ist. Daher weisen wir die Montagesysteme mit einem statischen Nachweis nach, führen zusätzlich mit externen Instituten Versuche durch und konzentrieren uns auf die ETA-Zulassungen.