Bundesregierung: EU-Strommarkt-Verordnung verbessert grenzüberschreitenden Redispatch

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Ausgestaltung und Folgen eines grenzüberschreitenden Stromnetz-Managements waren Thema einer Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. In ihrer Antwort (19/3338) äußert sich die Bundesregierung unter anderem zu den europäischen Plänen für Interkonnektoren, also „Grenzübergängen“ von Stromnetzen, und zum Zusammenspiel von fossilen und erneuerbaren Energiequellen.

Teil der Kleinen Anfrage war, ob durch die in der EU-Strommarkt-Verordnung vorgesehene Öffnung der Interkonnektoren importierter Strom aus fossilen Kraftwerken oder aus speicherbaren erneuerbaren Energien Strom aus fluktuierenden erneuerbaren Energien in Deutschland verdrängen kann. Dazu sagte die Bundesregierung, dass sich die Öffnung von Interkonnektoren grundsätzlich auf den gesamten Import- und Exportstrommix beziehe. Es sei aber festzuhalten, dass mehr Handelskapazitäten regelmäßig die Integration der erneuerbaren Energien in den Binnenmarkt verbessere. „In Zeiten von viel Wind und Sonne exportiert Deutschland regelmäßig“, heißt es in der Antwort: „Importsituationen treten dagegen regelmäßig mit den Ländern auf, die zeitgleich ebenfalls viel Wind- und Photovoltaik-Strom im Netz haben oder wenn der Strombedarf in Deutschland so hoch ist, dass er mit dem Wind- und Photovoltaik-Strom in Deutschland nicht gedeckt werden kann.“

Der Einspeisevorrang für erneuerbare Energien bleibt der Bundesregierung zufolge grundsätzlich erhalten. Dieser solle sicherstellen, dass notwendige Abregelungen nicht zu Lasten der erneuerbaren Energien gehen und vorrangig konventionelle Kraftwerke abgeregelt werden. Vor diesem Hintergrund gehe die Regelung zur Öffnung der Interkonnektoren Hand in Hand mit einer Verbesserung des grenzüberschreitenden Redispatchs, schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage: „Dies stellt sicher, dass zukünftig ausländische Kraftwerke besser für Redispatch eingesetzt werden können. Dann können vermehrt ausländische konventionelle Kraftwerke abgeregelt werden, um eine Erneuerbare-Energien-Abregelung zu vermeiden.“