Smart Green Tower setzt auf Photovoltaik und Speicher

Smart Green Tower

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Noch ist der Smart Green Tower in Freiburg ein Rohbau – aber die Pläne und Ideen der Architekten für die innovative Energieversorgung gehen schon weit über über das Gebäude hinaus. Wie das Architektur-Unternehmen Frey mitteilt, handelt es sich bei dem 51 Meter hohen Wohn- und Geschäftshaus um ein Leuchtturmprojekt gemeinsam mit der Siemens AG, dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme, dem Batteriehersteller ads-tec GmbH, dem Energieversorger badenova und der städtischen Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH. Beim Smart Green Tower soll eine innovative Energieversorgung mit einem hohen Anteil an regenerativ erzeugtem Strom für die Eigennutzung realisiert werden.

Optisch wollen die Architekten bewusst von gängiger Standardarchitekturästhetik abweichen, um die energetische Gesamtkonzeption sichtbar werden zu lassen: Das Gebäude erhält eine aktive Gebäudehülle aus Glas/Glas-Photovoltaikmodulen mit Hochleistungszellen. Wie der BINE-Informationsdienst mitteilt, werden die Photovoltaik-Zellen von der Freiburger Firma SI Module geliefert: monokristalline Perc-Zellen mit Multi-Busbar-Technologie und einer Zelleffizienz von über 21 Prozent. Die Fassade mit integrierten Photovoltaik-Sonnenschutzlamellen soll gleichzeitig zur Energieerzeugung und zur Verschattung dienen und so auf die Wärme- und Kälteversorgung der dahinter liegenden Räume abgestimmt werden, dass thermisch und visuell ein optimaler Komfort erreicht wird. Außerdem sollen spezielle Verschaltungskonzepte und Leistungsoptimierer auch bei einer Teilverschattung der Module für einen effizienten Betrieb sorgen. Dadurch soll eine Verschattung zur Reduzierung des solaren Wärmeeintrags erreicht und eine Energie-Gebäudehülle geschaffen werden, die über 250000 Kilowattstunden Solarstrom am und durch das Gebäude selbst erzeugt.

Den Architekten zufolge gehört außerdem eine flexible interne Energiespeicherung mit einem Lithium-Ionen-Batteriespeicher der Megawattklasse zum Konzept. Das soll den Eigenverbrauch erhöhen und gleichzeitig Lastspitzen ausgleichen, um das Stromnetz zu entlasten und die Netzstabilität zu verbessern. Außerdem soll der Speicher so ausgelegt werden, dass er weitere regenerative Energieerzeuger und -nutzer im Stadtteil integrieren kann. Die Vision der Architekten: Ein Verband aus mehreren solch intelligenter Gebäude arbeitet in einem intelligenten Netz optimal zusammen und bildet so die Basis für neuartige Stadtteilkonzepte, in denen verschiedene Smart-Energy-Gebäude sinnvoll miteinander kommunizieren – der Smart Energy District. Diese Idee führt zum Leitbild einer Smart Energy City, in der Smart-Energy-Quartiere zu einem städtischen Verbund zusammenwachsen.

Das Wohn- und Geschäftshaus besteht aus einem Hauptgebäude und zwei Seitenflügeln und wird auf einem rund 5600 Quadratmeter großen Grundstück auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs in Freiburg errichtet. In den oberen 16 Etagen entstehen 70 Ein- bis Vierzimmer-Wohnungen, daneben sind weitere 3200 Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen vorgesehen. Die Fertigstellung ist für 2019 geplant, danach startet ein detailliertes Monitoring mit einer umfassenden wissenschaftlichen Analyse der eingesetzten Komponenten. Von besonderem Interesse sind den Architekten zufolge die Wechselwirkungen der Systeme untereinander sowie das Verhalten des Gesamtsystems. Bei dieser wissenschaftlichen Begleitung sollen Optimierungspotenziale identifiziert sowie technisch und ökonomisch bewertet werden.