Knapp zehn Gigawatt Photovoltaik-Zubau in China im ersten Quartal

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Im ersten Quartal 2018 sind in China neue Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 9,65 Gigawatt neu installiert worden. Dies berichtet Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory Co. Ltd. (AECEA) auf Basis einer offiziellen Pressekonferenz der chinesischen Energiebehörde NEA am Dienstag. 1,97 Gigawatt der neu installierten Photovoltaik-Leistung stammten demnach von großen Kraftwerken und 7,68 Prozent aus sogenannten distributed Photovoltaik-Anlagen.

Die 9,65 Gigawatt seien ein Anstieg um etwa 22 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2017. Auffällig sei der Rückgang im Segment der Photovoltaik-Kraftwerke binnen Jahresfrist um 64 Prozent. Die kleineren Anlagen legten dagegen um 217 Prozent zu, wie es weiter hieß. Weitere Fortschritte sind NEA zufolge im ersten Quartal auch beim Anschluss bestehender Photovoltaik-Anlagen erzielt worden.

Die Energiebehörde hat vergangene Woche zudem einen Entwurf für die weitere Ausgestaltung der Photovoltaik-Politik veröffentlicht, wie AECEA berichtet. Darin seien drei verschiedene Modi für den Betrieb von Photovoltaik-Anlagen vorgesehen: 100 Prozent Eigenverbrauch, weniger als 50 Prozent Einspeisung ins Netz und Volleinspeisung. Zudem soll künftig zwischen drei Projekttypen unterschieden werden – Photovoltaik-Anlagen bis sechs Megawatt, zwischen sechs und 20 Megawatt sowie größer 20 Megawatt. In der kleinsten Kategorie soll es demnach möglich sein, zwischen 100 Prozent oder anteiligem Eigenverbrauch zu wählen. Bei der mittleren Anlagengröße soll dabei nur 100 Prozent Eigenverbrauch möglich sein und die großen Kraftwerke sollen komplett einspeisen, wie AECEA auf Grundlage des Entwurfs berichtet.

Photovoltaik-Dachanlagen größer als 20 Megawatt werden nicht mehr als distributed Anlagen betrachtet. Sie könnten im Wettbewerb mit den Kraftwerken um Einspeisetarife bieten. Zudem plane NEA, dass Projekte die 2018 einen Förderzuschlag erhalten, den Anspruch wieder verlieren, wenn der Bau der Photovoltaik-Anlagen nicht in diesem Jahr beginne. Eine Mitnahme in das Jahr 2019 solle nicht möglich sein. Zudem sollte stärker auf die Einhaltung der jährlichen Zubauziele geachtet werden. NEA will zudem Projekte, die ohne vorherige Konsultation der Regierung gebaut werden, nicht länger akzeptieren und die Bauaktivitäten stärker überwachen. Verstöße sollten mit Strafen geahndet werden.

Den Ausbau der distributed Photovoltaik-Anlagen will NEA in die Verantwortung der Provinzregierungen legen. Er sollte nicht länger von der Zentralregierung gesteuert werden. Zudem solle bei der Vergabe der Zuschläge auch in diesem Bereich stärker auf Bieterprozesse gesetzt werden.

Angesichts der zu erwartenden Änderung bei der Solarförderung geht AECEA in diesem Jahr von einem Photovoltaik-Zubau in China zwischen 40 und 45 Gigawatt aus. Dies wäre ein leichter Rückgang gegenüber dem vergangenen Jahr, als 53 Gigawatt Photovoltaik-Leistung neu installiert wurden. Dies war mehr als die Hälfte des weltweiten Zubaus.