Viessmann baut Zwei-Megawatt-Solarpark ohne EEG-Förderung

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Nach knapp fünf Monaten Bauzeit hat Viessmann an seinem Stammsitz in Allendorf (Eder) einen Solarpark mit zwei Megawatt Leistung in Betrieb genommen. Die 7400 Solarmodule sollen künftig 1,8 Gigawattstunden Solarstrom jährlich liefern, wie der Hersteller von Energiesystemen am Dienstag mitteilte. Damit steigere Viessmann seine Eigenstromproduktion um 50 Prozent. Etwa ein Fünftel seines Stroms produziere das Unternehmen damit bilanziell selbst, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage von pv magazine. Die zusätzlichen sieben Prozent, die durch die Photovoltaik-Anlage erzeugt werden, sollen zum Großteil direkt am Standort in Hessen von der Viessmann Werke Allendorf GmbH verbraucht werden.

Der Clou des Projektes: Viessmann verzichtet komplett auf die EEG-Förderung für die Photovoltaik-Anlage. Es sei geplant, den überschüssigen Solarstrom, der nicht selbst verbraucht werde stromwirtschaftlich an andere Gesellschaften von Viessmann zu liefern. Ein geringer Anteil des Überschusses solle zudem an der Strombörse verbraucht werden, heißt es weiter. Es sei damit eine der ersten Freiflächenanlagen dieser Größenordnung in Deutschland, die nicht auf die Förderung über die EEG-Vergütung angewiesen sei. Für den direkten Eigenverbrauch werde eine EEG-Umlage von 40 Prozent gezahlt, erklärte der Sprecher. Die Schwestergesellschaften, die ebenfalls belieferten würden, müssten hingegen 100 Prozent EEG-Umlage – die derzeit 6,79 Cent pro Kilowattstunde beträgt – für den Solarstrom zahlen.

Die Amortisation der Photovoltaik-Anlage werde abhängig von der Strompreisentwicklung „innerhalb weniger Jahre“ erfolgen, so der Sprecher weiter. Als Nutzer profitiere Viessmann aber auch direkt von Kostenersparnissen beim Strom. Derzeit würden weitere Projekte innerhalb des Unternehmens geprüft. „Es liegen auch bereits erste Anfragen außerhalb der Unternehmensgruppe vor“, erklärte der Sprecher.

Viessmann erklärte allerdings weiter, dass die Planung und Umsetzung der Photovoltaik-Anlage mit modernster Technik erfolgt sei. So sei ein detailliertes 3D-Modell des Geländes erstellt worden, um die Komponenten bestens aufeinander abzustimmen. Ein exaktes Abbild des Aufbaus der Anlage sei zudem digital auf einem Computer gespeichert, was nun die Überwachung und Instandhaltung erleichtern soll. Damit einher gingen zudem deutliche Zeit- und Kostenreduktionen beim Bau, wie es von Viessmann hieß.

Neben der Photovoltaik setzt Viessmann an seinem Stammsitz auch auf Biomasse und Biogas, die für die eigene Strom- und Wärmeversorgung genutzt werden. Über die Erweiterung der Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichern denkt das Unternehmen derzeit noch nicht nach. „Da die Überschüsse nur am Wochenende in der Sommerzeit/Ferienzeit stattfinden, sind derzeit Batterien nicht wirtschaftlich darstellbar. Eine Nebennutzung der Power-to-Gas Anlage am Standort wird noch geprüft“, erklärte der Viessmann-Sprecher.