RES gewinnt Ausschreibung für zehn Megawatt-Batteriespeicher

Die RES Deutschland GmbH hat die Ausschreibung der Versorgungsbetriebe Bordesholm (VBB) für den Bau eines zehn Megawatt-Batteriespeichers gewonnen. Er solle für die Erbringung von Regelleistung und die Erprobung einer kommunalen Stromversorgung aus überwiegend erneuerbaren Energien im Inselnetzbetriebes eingesetzt werden, teilte der Projektentwickler am Mittwoch mit. Letzteres werde als Pilotprojekt vom Land Schleswig-Holstein gefördert. Es wolle damit neue, flexible Lösungen zur Frequenzstabilisierung testen, die im Zuge der verstärkten Einspeisung erneuerbarer Energien erforderlich würden.

Der Batteriespeicher mit einer vermarktbaren Leistung von zehn Megawatt und einer Speicherkapazität von 15 Megawattstunden wird auf dem Firmengelände von VBB errichtet, wie es weiter hieß. Der Baubeginn sei für den Sommer geplant. Die Inbetriebnahme erfolge voraussichtlich im Frühjahr 2019. Der Speicher soll RES zufolge durch die Bereitstellung von Primärregelenergie Jahreserlöse von rund einer Million Euro einbringen.

Die Kommune Bordesholm deckt bereits etwa 75 Prozent ihres jährlichen Strombedarfs aus erneuerbaren Energien. Der Batteriespeicher solle zur Netzstabilisierung und dem Ausgleich von Frequenzschwankungen beitragen. Zusätzlich werde er bei Störungen der Stromversorgung im Hauptnetz oder einem kompletten Ausfall des vorgelagerten Netzes ein regional begrenztes Gebiet weiter mit Energie versorgen. Dies solle ohne Unterbrechung der Stromversorgung bewerkstelligt werden, hieß es weiter. Dazu seien Batteriespeicher bestens geeignet, die in Sekundenbruchteile reagieren könnten.

„In der Ausschreibung hat uns das Angebot von RES aufgrund der technischen Kompetenz, der Qualität der detailliert ausgearbeiteten Konzepte und letztlich auch der sehr wettbewerbsfähige Preis überzeugt“, begründete Frank Günther, Geschäftsführer der VBB, die Entscheidung für den internationalen Projektentwickler. Für RES ist es das erste Multi-Megawatt-Projekt in Deutschland. Zuvor habe das Unternehmen verschiedene Batteriespeicherprojekte für Netzdienstleistungen in Großbritannien, den USA und Kanada umgesetzt. Diese Expertise solle nun nach Deutschland gebracht werden. Im hiesigen Markt sieht RES viel Potenzial. „Die Bereitstellung von Regelleistung wird in den kommenden Jahren aufgrund ihrer hohen Wirtschaftlichkeit und der fortschreitenden Ablösung von konventionellen fossilen Energieträgern auch in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen“, Matthias Leuthold, Leiter Energiespeicher bei RES Deutschland.