pv magazine Award für BYD Hochvolt-Batterie

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Speichersysteme sind komplex und lassen sich nicht nur bezüglich einer Kategorie bewerten. Manchmal schließen sich besonders gute Eigenschaften in zwei verschiedenen Kategorien sogar technisch aus. Dann zählt nur der Kompromiss, der für jede Anwendung anders optimal sein kann. Daher stellen wir bei jedem Award für einen Speicher diesen Satz voraus: Die Jury bewertet einzelne Innovationen – kann jedoch nicht das beste Speichersystem küren.

BYD hat nun ein Batteriespeichersystem auf den Markt gebracht, das in drei Kategorien den Fortschritt vorantreibt: der Modularität, der Lade- und Entladeleistung sowie der Effizienz. Bei der Effizienz schafft das Unternehmen gleich auch noch Transparenz. Es hat sich dem pv magazine Speichervergleich unterzogen. Daher haben sich die Juroren entschieden, den pv magazine award in der Kategorie „top innovation“ an BYD zu vergeben.

Um die Effizienz zu erhöhen, hat BYD die neue Batterie mit hoher Ausgangsspannung versehen. Es gibt echte und unechte solcher Hochvoltbatterien. Bei den unechten sorgt ein Transformator oder ein Hochsetzsteller für die hohe Spannung. Das hat per se noch keinen oder nur einen kleinen Effizienzvorteil. Bei BYD handelt es sich um echte. Dafür schaltet das Unternehmen die Batterien in Reihe, sodass die Ausgangsspannung mit jedem Modul steigt. Die Variante mit zehn Kilowattstunden Speicherkapazität hat bereits über 400 Volt. Die hohe Spannung erlaubt es, im Batteriewechselrichter auf den Transformator zu verzichten. Das erhöht in der Theorie die Effizienz. Die Messungen zeigen, dass das Konzept in der Praxis aufgeht (Seite 19), wenn auch mit einem System-Performance-Index von 89 Prozent der Abstand zu den bisher vermessenen Niedervoltsystemen nicht riesig ist (Erläuterung siehe pv magazine Speichervergleich). Die Diskussion dazu zeigt, von welchen Parametern und Anwendungen es abhängt, dass Hochvolt in Zukunft seine volle Stärke ausspielen kann.

pv magazine Webinar zum Award-Gewinner

Die BYD-Hochvoltbatterie hat sich im pv magazine Speichervergleich an die Spitze gesetzt. Das war einer der Gründe für die unabhängigen Juroren, dem Unternehmen einen der pv magazine Awards zu verleihen. Zu Beginn des Webinars erläutern wir die Hintergründe der Awardverleihung. Johannes Weniger von der HTW-Berlin wird im Anschluss den System Performance Index erläutern, auf dem der Speichervergleich basiert, und Florian Blaser von EFT wird für Fragen zum Produkt zur Verfügung stehen. In der zweiten Hälfte des Webinars werden wir diskutieren, welche Kriterien grundsätzlich bei der Wahl des Speichers eine Rolle spielen können.

Außer BYD hat derzeit nur Sony eine „echte“ Hochvoltbatterie auf dem Markt. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Anforderungen an die Isolation steigen und Hersteller daher von Hochvoltsystemen absehen.

Ein großer Schritt bei dem neuen Produkt des chinesischen Herstellers ist die Lade- und Entladeleistung. Die Batterie kann innerhalb einer Stunde vollgeladen oder entladen werden. Techniker sagen, sie hat eine C-Rate von eins. Die Batterie mit zehn Kilowattstunden Kapazität kann also mit zehn Kilowatt Leistung betrieben werden. Für fünf Minuten ist sogar die doppelte Leistung möglich. Im Heimbereich sind sonst oft nur C-Raten von 0,25 bis 0,75 üblich.

Die hohen C-Raten können relevant sein, wenn in Offgrid-Systemen, wo das Netz nicht als Sicherheit zur Verfügung steht, Lastspitzen auftreten. Oder für Geschäftsmodelle zur Lastspitzenkappung in Gewerbebetrieben, bei denen die Batterie über die Vermarktung von Primärregelleistung zusätzliche Einnahmen erwirtschaften soll oder zur Notstromversorgung dient. Im Eigenheim ist denkbar, mit der Batterie ein Elektroauto schnell mit gespeichertem Solarstrom aufzuladen. Für all diese Anwendungen ist entsprechende Leistungselektronik nötig. Bisher kann man die neue Batterie mit dem SMA Sunny Boy Storage einsetzen. BYD arbeitet an Kooperationen mit anderen Herstellern für andere Anwendungen. In Kürze wird es eine Freigabe von BYD und Kostal geben.

Die Modularität fällt schon beim Anblick des Systems ins Auge. Die Batterien werden auf dem Boden gestapelt. Sie verbinden sich per Stecksystem und müssen nicht verkabelt werden. Da die Batterie über ein intelligentes Managementsystem verfügt, können auch verschieden gealterte Module miteinander kombiniert werden, wenngleich die Kapazität der neu eingesetzten Module in der Serienschaltung etwas sinken kann. Das erleichtert den Austausch und die Erweiterung nach einigen Jahren. Da ein Modul nur 1,28 Kilowattstunden hat, kann die Kapazität in feinen Abstufungen an den Einsatz angepasst werden. Insgesamt sind bis zu 57 Kilowattstunden möglich, wenn mehrere Türme parallel geschaltet werden.

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Seit der letzten Runde im Juni bewarben sich sechs Unternehmen mit ihren Ideen neu für den pv magazine award. zwei waren noch aus vorhergehenden Runden im Rennen. Zwei Bewerbungen haben die drei Juroren in dieser Runde besonders überzeugt. Die Juroren sind Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin, Hans Urban, Experte für Photovoltaik, Speichertechnik und E-Mobilität, der Schletter, Maxsolar und Smart Power berät, und Winfried Wahl, Solarexperte, der unter anderem Leiter des Produktmanagements bei Suntech und Hanwha Solar war.

BYD mit einer Hochvoltbatterie

„Hochvolt“ ist eines der Stichworte, mit dem BYD eine weitere Variante seiner Batterien auf den Markt bringt. Die Technologie verspricht eine bessere Effizienz und das Unternehmen schafft Transparenz, indem es das System vermessen lässt und die Ergebnisse publiziert. Das neue Produkt ermöglicht auch eine hohe Lade- und Entladeleistung, was für manche Anwendungen wichtig ist. Daher verdient das BYD-Produkt nach Ansicht der Jury den pv magazine award in der Kategorie „top innovation“.

Mehr Informationen zu den Kriterien, zu den bisherigen Preisträgern, zu den Juroren und alles Nötige, falls Sie sich auch bewerben wollen, finden Sie hier.

Der Einsendeschluss für die nächste Award-Runde ist am 25. Januar 2018

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