CS Wismar zurück in der Gewinnzone

Vor gut anderthalb Jahren hat die CS Wismar GmbH die Produktion von Solarmodulen in den ehemaligen Centrosolar-Werken wieder aufgenommen. Im ersten Halbjahr konnte der Photovoltaik-Hersteller nun einen gewinnträchtigen Geschäftsverlauf vermelden. „Nach gut einem Jahr haben wir bereits break even erreicht“, sagt Geschäftsführer Bernhard Weilharter im Gespräch mit pv magazine. Wie hoch Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr genau waren, will er nicht sagen. Weilharter verweist aber darauf, dass der Sprung in die Gewinnzone gelungen sei, obwohl erst ein Siebtel der möglichen Kapazität von 400 Megawatt in den Werken in Wismar ausgelastet gewesen sei. „Wir fahren die Produktionsmengen derzeit kontinuierlich hoch“, sagt er. Der Anteil der Glas-Glas-Fertigung liege derzeit bei 60 Prozent – Tendenz steigend. Weiteres Wachstum erwarte CS Wismar auch durch den Trend hin zu Eigenverbrauchssystemen.

Dabei hat der Photovoltaik-Hersteller in den zurückliegenden Monaten auch einiges in die Verbesserung seiner Produktion investiert. „Die Umrüstung auf 4- und 5-Busbar haben wir erfolgreich abgeschlossen. Zudem wurde die Automation im Bereich Glas-Glas weiter erhöht“, erklärt Weilharter zu den Änderungen. Zusätzlich habe CS Wismar nun die Zertifizierung nach IEC 2016 erhalten. Zugleich habe der Photovoltaik-Hersteller aufgrund der allgemeinen und verständlichen Verunsicherung am Markt eine Prüfung seiner Bankability vornehmen lassen und eine Bestätigung seiner wirtschaftlichen Stabilität sowie der hohen Qualitätsstandards erhalten, erklärt er.

Das Werk von CS Wismar verfügt zudem über einen „Low Carbon Footprint“. Diese Zertifizierung ist vor allen Dingen wichtig, um bei französischen Ausschreibungsprojekten zum Zuge zu kommen. „Wir weisen nun einen CO2-Footprint aus, welcher im internationalen Vergleich an der Spitze liegt“, erklärt der Geschäftsführer von CS Wismar weiter. Die Nachfrage aus Frankreich nach Modulen aus der Wismarer Fertigung nehme daher auch erfreulicherweise weiter zu. Auch für die zweite Jahreshälfte ist Weilharter zuversichtlich, dass CS Wismar dieses Geschäftsfeld weiter ausbauen kann.

Neben den Verbesserungen in der Produktion habe das Unternehmen sein Vertriebspartnernetzwerk in Deutschland und Frankreich in den zurückliegenden Monaten deutlich ausgebaut. „Wir decken bei mehreren Top-Großhändlern das Premium-Segment ab,“ verkündet Weilharter nicht ohne Stolz. „Aktuell bauen wir mit analoger Strategie das Vertriebsnetzwerk in Benelux auf. Den Weg exklusiv über Großhandelspartner zu agieren, werden wir konsequent fortsetzen“, kündigt Weilharter an. Allein aufgrund der neu gewonnenen Partner und Fachgroßhändler rechnet CS Wismar auch für das zweite Halbjahr mit einem steigenden Auftragseingang.

Doch in dem Wismarer Werk werden nicht nur eigene Module hergestellt: Ein Teil der Kapazitäten wird für den Geschäftsbereich OEM – also die Auftragsproduktion – genutzt. Dieser habe sich ebenfalls „sehr positiv“ entwickelt. Den Schlüssel für den Erfolg sieht Weilharter hier in den Glas-Glas-Produkten, den geringen CO2-Fußabdruck sowie Sonderanfertigungen für Repowering-Projekte. Die rasant angestiegene Nachfrage im ersten Halbjahr habe temporär zu Lieferengpässen bei einzelnen Komponenten wie Anschlussdosen oder Glas geführt, räumt Weilharter ein. Mittlerweile sei dies aber gelöst. Außerdem habe CS Wismar, zusätzlich weitere 80 Mitarbeiter im ersten Halbjahr eingestellt. Die Lieferzeiten würden derzeit nachhaltig reduziert.

Das erfolgreiche erste Halbjahr hat den Photovoltaik-Hersteller bestärkt, seine eingeschlagene Strategie konsequent fortzuführen. „Wir setzen auf Differenzierung, um damit ein nachhaltig gesundes Wachstum mit qualitativ hochwertigen Produkten zu erreichen“, so Weilharter weiter. „Wir achten darauf, dass wir beim Wachstumstempo nicht überhitzen.“ Die Qualität stehe immer im Vordergrund, weshalb die Produktionsmengen nur schrittweise, aber fortlaufend hochgefahren würden. Analog dazu werde auch die Mitarbeiterzahl steigen, wobei auch hier die Qualifizierung im Vordergrund stehe.