Neustart von Solarworld mit 700 Megawatt und 515 Beschäftigten

Nach der Zustimmung der Gläubiger und des Bundeskartellamts kann die neu gegründete Solarworld Industries GmbH in dieser Woche die deutschen Produktionsstandorte der Solarworld AG in Freiberg und Arnstadt offiziell übernehmen. Dabei sei geplant, mit Fertigungskapazitäten von 700 Megawatt zu starten, teilte die Gesellschaft noch am Freitagabend mit. Solarworld werde sich künftig ganz auf die Herstellung von Produkten auf Basis monokristalliner PERC-Solarzellen konzentrieren. Dazu gehörten etwa bifaziale Glas-Glas-Solarmodule. Ein späteres Hochfahren der verfügbaren Kapazitäten auf dann wieder mehr als einem Gigawatt schloss der Photovoltaik-Hersteller nicht aus.

Für den Neustart werde Solarworld zunächst 515 Mitarbeiter beschäftigen, mehr als 60 davon sollen in der Forschung tätig sein. Beschäftigte der Standorte Arnstadt, Freiberg und Bonn wechselten von der Altgesellschaft in das neue Unternehmen. Weitere rund 1200 Beschäftigte würden in eine Transfergesellschaft übergehen und erhielten damit Unterstützung bei der Vermittlung in neue Jobs. Hinter dem neuen Unternehmen steht neben Solarworld-Gründer Frank Asbeck auch die Qatar Solar Technologies, eine Tochter der Qatar Foundation, wie es weiter hieß.

Die Solarworld Industries kündigte an, dass für Neuprodukte die übliche Gewährleistung angeboten werde. Zudem werde es eine „besondere Kulanz gegenüber Altkunden der Solarworld-Fachpartner“ geben. „Ich freue mich, dass es nach zähen Verhandlungen gelungen ist, wieder eine Zukunft für die Solarworld-Fertigungen zu entwickeln“, erklärte Asbeck. „Mit dem Neustart stellen wir sicher, dass in Deutschland weiterhin Solarprodukte auf höchstem Niveau entwickelt und produziert werden.“ Der Photovoltaik-Hersteller bleibe Kristallisationspunkt der europäischen Solarindustrie, so Asbeck weiter. Er kündigte auch an, die Forschungsabteilung stärker für Partner aus der Branche öffnen zu wollen, um die Photovoltaik gemeinsam voranzubringen.

Neben den deutschen Produktionsstandorten in Freiberg und Arnstadt übernimmt das neue Unternehmen auch die Vertriebsgesellschaften in Europa, Asien und Afrika von der Solarworld AG. Bereits am Freitag sei der erste Verkaufserfolg erzielt worden. Die Solarworld Industries habe sich einen Auftrag über 25 Megawatt gesichert.