Deutscher Photovoltaik-Markt erholt sich – BSW-Solar fordert Ende des Deckels

Die Bundesnetzagentur hat die aktuellen Photovoltaik-Zubauzahlen veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Nachfrage in Deutschland zwischen Januar und Juni wieder an Fahrt aufgenommen hat. Mit gut 900 Megawatt neu gemeldeten Photovoltaik-Anlagen sei eine Steigerung um rund 75 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2016, so die Analyse des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar). Er sieht die gesunkenen Anschaffungskosten für Photovoltaik-Anlagen als ein Treiber für die stärkere Nachfrage. Insbesondere bei mittelständischen Betrieben habe das Interesse in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Doch auch etwa ein Drittel mehr an Eigenheimbesitzern hätten im ersten Halbjahr in Photovoltaik investiert, hieß es weiter.

Im Mai und Juni hat der Photovoltaik-Zubau in Deutschland wieder jeweils leicht über der 200-Megawatt-Marke gelegen. Auf zwölf Monate hochgerechnet könnte die Bundesregierung damit die selbstgesteckten jährlich Photovoltaik-Zubauziele von 2,5 Gigawatt wieder erreichen – dies war in den zurückliegenden drei Jahren war dies nicht der Fall. Nach Einschätzungen von Wissenschaftlern reicht das Photovoltaik-Ausbautempo jedoch weiterhin nicht aus, um den wachsenden Bedarf an Ökoenergie im Strom-, Wärme- und Verkehrssektor zu decken. Zudem ließen sich mit 2,5 Gigawatt neu installierter Photovoltaik-Leistung jährlich auch nicht die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreichen. Nach der Wahl im Herbst müsse das jährliche Ausbauziel deutlich heraufgesetzt, Investitionsbarrieren bei Eigen- und Quartiersversorgung beseitigt und das Ausschreibungsvolumen für große Photovoltaik-Anlagen kurzfristig mindestens verdreifacht werden, fordert der BSW-Solar. „Bei Solarstrompreisen ab fünf Cent je Kilowattstunde gibt es keinen Grund mehr, Solarenergie weiterhin zu deckeln“, begründet dies Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig.

Im ersten Halbjahr haben die Photovoltaik-Anlagen in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des ZSW und des BDEW etwa 21,9 Milliarden Kilowattstunden Solarstrom produziert. Dies sei eine Steigerung um rund 13,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Erneuerbaren insgesamt an der Deckung des Strombedarfs habe sich im ersten Halbjahr um zwei auf 35 Prozent erhöht. Neben der Photovoltaik steigerte auch die Windkraft ihren Anteil erheblich.