Vattenfall plant Einstieg in Heimspeicher-Markt

Nachdem schon andere Energieriesen in den Markt mit Heimspeichern eingestiegen sind, startet nun auch der schwedische Konzern Vattenfall ein Batteriespeicher-Pilotprojekt. Zunächst mit einem Testballon nur in den Städten Berlin und Hamburg. Das Speichersystem soll eine nutzbare Kapazität von 26,4 Kilowattstunden und eine Leistung von 27 Kilowatt haben. (Details zum Speichersystem finden Sie auch in unserer aktualisierten Marktübersicht der Heimspeicher-Systeme, die mit der kommenden Juni-Ausgabe von pv magazine Deutschland veröffentlicht wird.)

Von der vorhandenen Leistung soll der Kunde zehn Kilowatt nutzen können, um zum Beispiel selbst erzeugten Solarstrom tagsüber zu speichern und nachts zu verbrauchen. Damit sei der Speicher im Grunde auch für kleine Gewerbebetriebe oder Mehrfamilienhäuser geeignet, sagt Michael Klysz, Business Development Manager bei Vattenfall, im Gespräch mit pv magazine. Im ersten Schritt wolle Vattenfall das Gerät aber vorerst für private Kunden mit einer Photovoltaik-Anlage mit weniger als zehn Kilowatt Leistung anbieten. Die restlichen 17 Kilowatt Leistung will Vattenfall zur Bereitstellung von Primärregelleistung nutzen. Dafür arbeite der Konzern eng mit der Firma Caterva zusammen, sagt Klysz. „Wir schließen die Speicher zu einem virtuellen Kraftwerk zusammen und wollen dann insgesamt mehr als ein Megawatt Leistung anbieten. Das ist für uns als Energieversorger mit unserem Kraftwerkspool ein bisschen leichter, als für andere Anbieter.“

Noch hat der Rollout nicht begonnen und was das Angebot angeht, sei auch nichts in Stein gemeißelt, sagt Klysz. Derzeit sei ein Contracting-Modell mit zwölf Jahren Laufzeit geplant. Dabei ist der Kunde Betreiber des Speichers und Vattenfall der Besitzer. Der Kunde bezahlt einmalig 9.999 Euro plus eine Installationspauschale von 1.500 Euro, so Klysz. „Durch das Vattenfall Shared Battery Concept kann der Kunde seinen Autarkiegrad im Schnitt auf 85 Prozent steigern.“ Zugleich soll er davon profitieren, dass der Speicher auch gewinnbringend am Primärregelenergiemarkt eingesetzt werden kann. Nach Ablauf der zwölfjährigen Laufzeit kann der Kunde den Speicher entweder kostenlos abbauen lassen oder ihn für einen Euro übernehmen.

Darüber hinaus soll ein 100prozentiger rechnerischer Wirkungsgrad garantiert werden. Das habe folgenden Grund: Wenn der Speicher das Netz stabilisiert, gebe es gewisse Effizienzverluste. „Um dem Kunden dann zu garantieren, dass er diese Verluste nicht mit der Photovoltaik-Anlage oder über die Stromrechnung ausgleichen muss, garantieren wir 100 Prozent Wirkungsgrad“, sagt Klysz. „Dafür kaufen wir Strom zu und füllen den Speicher damit wieder auf. Wenn Sie zehn Kilowattstunden eingespeichert haben, weil die Photovoltaik-Anlage zehn Kilowattstunden produziert hat, sorgen wir dafür, dass dort auch wirklich zehn Kilowattstunden drin sind, auch wenn der Speicher zwischendurch Primäregelenergie bereitgestellt hat.“ Das Angebot sei auch durch eine Haftpflichtversicherung abgesichert. Sollte durch das Eingreifen von Vattenfall unerwartet irgendjemand benachteiligt werden, haftet das Unternehmen dafür nach Aussage von Klysz mit 20 Millionen Euro.