EEG-Konto: Dunkelflaute lässt Überschuss kräftig steigen

Der Überschuss auf dem EEG-Konto der Übertragungsnetzbetreiber ist im Januar kräftig angewachsen. Nach den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen stieg er um knapp 678,5 Millionen Euro auf 3,564 Milliarden Euro an. Seit Januar beträgt die EEG-Umlage für den nicht-privilegierten Letztverbrauch 6,88 Cent pro Kilowattstunde.

Ein Grund für den enormen Anstieg ist neben der leicht gestiegenen EEG-Umlage auch das Wetter im Januar gewesen. So gab es gerade in der zweiten Monatshälfte zahlreiche Tage, an denen Deutschland eine sogenannte Dunkelflaute erlebte. Dies bedeutet, dass sowohl die Windkraftanlagen wegen ausbleibendem Wind als auch Photovoltaik-Anlagen wegen fehlender Sonne oder Nebels kaum Strom ins Netz einspeisten. Nach Auswertungen von Bruno Burger vom Fraunhofer ISE lag der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in der dritten Kalenderwoche bei nur 18,6 Prozent. In der Woche darauf waren es dann 23,5 Prozent.

„Die Welt“ titelte darauf zu Beginn der Woche „Wind und Sonne machen schlapp – Nur Atom, Kohle und Gas können derzeit die Stromversorgung in Deutschland sichern“. In dem Artikel wird der BDEW-Hauptgeschäftsführer mit der Aussage zitiert: „Der Januar hat deutlich gezeigt: Wir brauchen weiterhin flexible konventionelle Kraftwerke, um die stark schwankende Stromeinspeisung aus Wind und Photovoltaik jederzeit ausgleichen zu können.“ Allerdings so seine Sorge, die konventionellen Kraftwerke würden derzeit in hoher Geschwindigkeit vom Markt verschwinden. So seien in den vergangenen fünf Jahren 82 konventionelle Kraftwerke mit einer Leistung von mehr als zwölf Gigawatt zur Stilllegung angemeldet worden. Der Grund sei, dass sie sich wegen des Ausbaus von Photovoltaik und Windkraft für die Betreiber nicht mehr rechneten.

Bruno Burger sagt dazu: "Insbesondere die Behauptung, dass auch Kernenergie die Versorgung gesichert hat, entspricht nicht den Tatsachen." Er verweist darauf, dass in der Zeit vom 14. Bis 26. Januar – als also die Dunkelflaute stark ausgeprägt war – zwei der acht Kernkraftwerke in Deutschland nicht am Netz gewesen seien. Die Betreiber der AKW müssten seit Jahresbeginn keine Brennelementesteuer mehr zahlen und hätten daher vermutlich die Brennelemente im Januar statt wie in den Vorjahren üblich im Sommer getauscht, meint Burger, Autor der "Energy Charts".

Er teilt daher auch nicht die Forderung von BDEW-Chef Kapferer, der eine Vergütung für die von konventionellen Kraftwerken erbrachten „Systemdienstleistungen“ fordert. Bruno Burger sagt dazu: „Meiner Ansicht nach können wir die Dunkelflaute den Märkten überlassen. Da werden kreative Ideen geboren und neue Geschäftsmodelle gefunden. Ein Kapazitätsmarkt ist statisch und ohne Innovationen.“ (Sandra Enkhardt)