Solarwatt-Chef erwartet positive Impulse für Photovoltaik und Speicher

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Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Solarwatt, ist zuversichtlich, wenn er in die Zukunft schaut. „Ich erwarte mittelfristig positive Impulse für den Photovoltaik-Markt in Deutschland“, sagt er am Rande der Handelsblatt-Jahrestagung „Energiewirtschaft 2017“ in Berlin im Gespräch mit pv magazine. Diese werden zum einen von den Installateuren und aus der Bevölkerung kommen, die Photovoltaik zunehmend als festen Bestandteil beim Hausbau begreifen würden. Zum anderen sei zunehmender politischer Druck zu erwarten, wenn Deutschland weiterhin seine jährlichen Photovoltaik-Zubauziele von 2,5 Gigawatt verfehle und damit auch die Einhaltung seiner Klimaschutzziele gefährde.

Für das laufende Jahr geht Neuhaus von einem leicht wachsenden Photovoltaik-Markt hierzulande aus. „Der Zubau wird wohl zwischen 1,5 und 2,0 Gigawatt liegen, wobei die Nachfrage bei Photovoltaik-Anlagen unter 100 Kilowatt überproportional steigen dürfe“, so der Solarwatt-Geschäftsführer weiter. Die zum 1. Februar erwartete Erhöhung der Einspeisevergütung für Photovoltaik-Anlagen hält er dabei für nicht zu wichtig. Seine Botschaft ist, dass sich Photovoltaik und Speicher von Förderung unabhängig machen müssen. Allerdings sei die abgewendete Belastung des Photovoltaik-Eigenverbrauchs mit der Stromsteuer ein wichtiges Signal. „Das Richtige nicht mit einer Strafe zu versehen, ist gut“, sagt Neuhaus dazu.

Im vergangenen Herbst hatte Solarwatt die weitere Automatisierung seiner Glas-Glas-Modulproduktion in Dresden angekündigt. Eigentlich sollte die bis zum Jahresende abgeschlossen sein, doch beim Stringer-Lieferanten Kuka habe es Verzögerungen gegeben. Nun laufe die Umrüstung aber auf Hochtouren. Neuhaus zeigte sich überzeugt, sie nun mit drei bis vier Monaten Verzögerung auch abschließen zu können.

Viele Photovoltaik-Hersteller weltweit gerieten im zweiten Halbjahr 2016 angesichts der massiv sinkenden Modulpreise in einige Turbulenzen. Solarwatt sei davon nicht betroffen gewesen, erklärt Neuhaus. Der Hersteller habe zum Jahresende die Preise für seine Glas-Folien-Solarmodule leicht gesenkt. „Wir haben damit die gefallenden Zellpreise an unsere Kunden weitergegeben“, sagt Neuhaus. Die Glas-Glas-Module seien zudem nicht von der weltweiten Preisspirale betroffen. In diesem Segment sieht sich Solarwatt der asiatischen Konkurrenz überlegen.

Doch das Dresdner Unternehmen verlässt sich seit längerem nicht mehr nur auf seine Modulproduktion, sondern setzt stark auf Photovoltaik-Batteriespeicher. Mit „My Reserve“ hat der Anbieter ein preisgekröntes Modell am Markt. Im vergangenen Jahr habe Solarwatt rund 2.000 Speicher abgesetzt. In diesem Jahr sollen es etwa 5.000 Geräte sein und im kommenden Jahr wolle der Hersteller dann fünfstellige Absatzzahlen erreichen, sagt Neuhaus. Die Produktion sei auf 20.000 Batteriespeicher jährlich ausgelegt und könne innerhalb kurzer Zeit hochgefahren werden. Allerdings will sich Solarwatt dabei zunehmend internationaler aufstellen. Die ersten Photovoltaik-Speicher seien auf dem Weg nach Australien. Noch liefen die Tests vor Ort. Neuhaus geht aber von einem baldigen Markteintritt aus. Je nach der Absatzentwicklung kann er sich auch vorstellen, dort eine eigene Produktion für die Batteriespeicher aufzubauen.

Während einige Konkurrenten derzeit immer neue Modelle auflegen, um sich in der neuen Energiewelt zu positionieren oder auch den Energieversorgern stärker kontra zu geben, will Solarwatt sich auf seine Stärken beschränken. „Wir sind ein mittelständisches Unternehmen und konzentrieren uns auf das was wir können“, sagt Neuhaus. Mit seinen Glas-Glas-Modulen und Speichersystemen sei das Unternehmen gut aufgestellt. Neuhaus hatte das Dresdner Unternehmen im Zuge eines Insolvenzverfahrens in Eigenregie 2012 vom Modulhersteller zum Systemanbieter transformiert. (Sandra Enkhardt)

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