Agora Energiewende: Erneuerbares Stromsystem günstiger als fossiles Energiesystem

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Die Kosten der Energiewende sind ein zentrales Thema in aktuellen Debatten. Kritiker von Photovoltaik, Windkraft & Co. vergessen dabei gern, dass auch ein fossiles Energiesystem etwas kostet. Agora Energiewende hat am Freitag die Ergebnisse eines „Gedankenexperiments“ veröffentlicht. Zentrale Frage war: Was würde Strom im Jahr 2050 kosten, wenn wir mit der Energiewende aufhören würden?

Bei dem Vergleich zeige sich, dass die Energiewende die Stromversorgung bis 2050 nicht nur klimafreundlicher machen würde, sondern wahrscheinlich auch kostengünstiger als eine Stromversorgung auf Kohle und Gas basierend. Das gesamte Stromsystem auf Basis Erneuerbarer werde jährlich etwa 64 Milliarden Euro kosten, so das Ergebnis der Analyse des beauftragten Öko-Instituts. Die Kosten für ein fossiles Stromsystem lägen durchschnittlich für die zwölf Szenarien bei 67 Milliarden Euro. Das Öko-Institut habe für 2050 ein Stromsystem mit einem Anteil von 95 Prozent erneuerbaren Energien mit mehreren fiktiven Stromsystemen verglichen, in denen von nun an keine neuen Photovoltaik-, Windkraft- oder anderen Erneuerbaren-Anlagen mehr zugebaut würden. In den Szenarien seien dabei hohe und niedrige Brennstoffkosten für Kohle und Gas sowie unterschiedliche CO2-Preise angenommen worden.

Das Ergebnis der zwölf Vergleichszenarien ergebe für vier fossile Systeme deutlich höhere Kosten mit 75 bis 88 Milliarden Euro. Das erneuerbare Stromsystem wird mit jährlichen Kosten von etwa 63 bis 64 Milliarden Euro jährlich veranschlagt, wobei alle Kosten für Anlagen, Netze und Speicher enthalten seien, heißt es weiter. Vier weitere fossile Szenarien lägen im Vergleich bei ähnlichen Kosten und bewegen sich zwischen 59 und 69 Milliarden Euro. Bei vier fossilen Szenarien sei das Öko-System mit 45 bis 54 Milliarden Euro auf deutlich niedrigere Kosten gekommen. Allerdings müssten dazu niedrige Brennstoffkosten für Kohle oder Gas mit günstigen CO2-Kosten kombiniert sein. Zudem würden in keinem der fossil dominierten Szenarien die Klimaschutzziele erreicht, hieß es weiter. Die CO2-Emissionen im Energiewende-Szenario lägen hingegen nahe Null.

„Wir wissen nicht, wie sich die Preise für Kohle, Gas und CO2-Emissionen in den nächsten Jahrzehnten entwickeln werden“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. „Wir wissen aber, dass ein fossiles Stromsystem in den Szenarien, die mit einer recht großen Wahrscheinlichkeit eintreten, teurer ist als ein Erneuerbaren-Energien-Stromsystem.“ Hohe Priorität in allen Szenarien habe eine sehr hohe Versorgungssicherheit gehabt. Im Erneuerbaren-Szenario seien dafür große Mengen an Speichern und Gaskraftwerken eingerechnet worden. Der für alle Szenarien angenommene Stromverbrauch entspreche mit 550 Terawattstunden im Jahr in etwa dem heutigen Niveau. Die CO2-Preise seien mit 20, 50 und 103 Euro je Tonne angenommen worden. (Sandra Enkhardt)

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