ZSW und BDEW: Erneuerbare mit 32 Prozent Anteil am Bruttostromverbrauch im Jahr 2016

Im Jahr 2016 werden die Erneuerbaren Energien einen Anteil von etwa 32 Prozent am Bruttostromverbrauch in Deutschland haben. Das melden das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gemäß einer ersten gemeinsamen Schätzung. Die 32 Prozent entsprechen einer Strommenge von rund 191 Milliarden Kilowattstunden. Trifft die Schätzung zu, würde dies einen leichten Anstieg um 0,5 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr bedeuten.

Strom aus Photovoltaikanlagen macht demnach in diesem Jahr ungefähr 6,3 Prozent Anteil am Bruttostromverbrauch aus und liegt insgesamt rund 38 Milliarden Kilowattstunden. Am Gesamtenergieverbrauch aus erneuerbaren Energien hatte die Photovoltaik einen Anteil von etwa 20 Prozent – rund ein Prozent weniger als im Vorjahr.

Die Offshore-Windkraft konnte von allen erneuerbaren Energieformen am stärksten zulegen. Hier stieg die Stromerzeugung um knapp 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt lieferte sie damit eine Strommenge von rund 13 Milliarden Kilowattstunden und machte rund zwei Prozent des Bruttostromverbrauchs aus. Windkraftanlagen an Land erzeugten rund sechs Prozent weniger Strom als im Jahr zuvor. Das ZSW begründet dies mit schlechten Windverhältnissen. Insgesamt erzeugten Onshore-Windkraftanlagen etwa 71 Milliarden Kilowattstunden und kommen auf einen Anteil am Bruttostromverbrauch von knapp 12 Prozent.

Der Anteil der Wasserkraft stieg um rund 13 Prozent auf knapp 22 Milliarden Kilowattstunden. Biomasse und biogener Abfall lieferten etwa 52 Milliarden Kilowattstunden, was ungefähr drei Prozent mehr ist als im Vorjahr. Geothermieanlagen erzeugten im Jahr 2016 rund 0,2 Milliarden Kilowattstunden Strom. (Mirco Sieg)

Nachtrag: In der ursprünglichen Version des Artikels waren die prozentualen Anteile der einzelnen erneuerbaren Energieformen am Bruttostromverbrauch in Deutschland nicht korrekt angegeben. Das lag daran, dass sich die Zahlen tatsächlich auf den Anteil am Gesamtenergieverbrauch aus erneuerbaren Energien bezogen und nicht auf den gesamten Bruttostromverbrauch in Deutschland. Die Zahlen sind nun korrigert. Außerdem wurden ursprünglich die Begriffe "Anteil am Bruttostromverbrauch" und "Anteil am Strommix" irrtümlicherweise synonym verwendet. Wir haben die Anteile nun – wie von ZSW und BDEW dargestellt – auf den Anteil am Bruttostromverbrauch bezogen.