Preise für Photovoltaik-Heimspeicher seit Mai leicht gesunken

Nach Auskunft der von pv magazine und Büro F befragten Installateure und Projektentwickler sind die Endkundenpreise für Lithiumspeicher zwischen Mai und Oktober weiterhin gesunken. Je nach Anlagengröße zwischen ein Prozent (4 Kilowattstunden-Systeme) und 6 Prozent (6 Kilowattstunden-Systeme). Dies sind beachtliche Zahlen, zumal die Nachfrage weiter anzieht – mit und ohne KfW-Tilgungszuschuss. Ob jedoch der Durchschnittswert bei der Degression der vergangenen Jahre erreicht wird, ist derzeit offen. In der Vergangenheit sanken die Speicherpreise laut RWTH Aachen um 18 Prozent pro Jahr.

Nach unserer aktuellen Umfrage kostet ein Photovoltaik-Homespeicher mit 4 Kilowattstunden nutzbarer Speicherkapazität inkl. Installation netto rund 6.116 Euro (1.529 Euro/Kilowattstunde). Ein größeres System mit 6 Kilowattstunden Speicherkapazität kostet rund 7.740 Euro (1.290 Euro/Kilowattstunde), ein 8 Kilowattstunden-System 10.200 Euro (1.275 Euro/Kilowattstunde). Diese im Oktober 2016 erhobenen Preise liegen unter den durchschnittlichen Preisen im ersten Halbjahr 2016. Nur bei den 4 Kilowattstunden-Systemen scheinen die Systempreise nahezu stabil zu sein.

Um die Transparenz in der öffentlichen Debatte weiter zu erhöhen, haben pv magazine und Büro F nun zum zweiten Mal Endkundenpreise für Homespeichersysteme erhoben. 27 Installateure, Projektierer und Co. sind dem Aufruf gefolgt und haben typische Endkundenpreise für Speichersysteme angegeben. Zwölf Befragungsteilnehmer hatten auch an der ersten Befragung im Mai 2016 schon teilgenommen.

Der Vergleich von Preisen für Speichersysteme ist natürlich immer schwierig. Es besteht immer die Gefahr, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Aus diesem Grund haben wir auch nach den weiteren Spezifikationen gefragt, die für die Einschätzung des Preises noch wichtig sind. Dabei wurde am häufigsten die Unterscheidung genannt, ob es sich um ein AC- oder ein DC-System handelt – ob also ein Wechselrichter erforderlich ist (DC) oder nicht (AC). Daneben spielen die Garantieleistungen des Herstellers (3x genannt) und die Anzahl der Zyklen (2x genannt) eine wichtige Rolle. Eine geringere Rolle zur Einschätzung des Endkundenpreises scheinen die Communities, Flats, Clouds und Pools der deutschen Speicheranbieter zu spielen. In dieser Umfrage wurde diese Option nur von einem Teilnehmer als wichtige Spezifikation zur Bestimmung des Endkundenpreises genannt.

In der vergangenen Befragung wurde von mehreren Installateuren auf die Unterschiede beim Installationsaufwand hingewiesen: Der Preis hänge stark von den Gegebenheiten vor Ort und den Wünschen der Kunden ab. Mit Blick auf diese Hinweise der Befragungsteilnehmer sind die Preise lediglich als Hinweis zum aktuellen Preisniveau zu verstehen – sie können lokal stark abweichen.

Speicherindex Büro F und pv magazine Oktober 2016

  • Onlinebefragung vom 14.10.-26.10.2016
  • Aufruf der Teilnahme im Newsletter des pv magazine
  • Fragebogendesign und Auswertung durch Büro F
  • 27 Befragungsteilnehmer, 52 Prozent Installateure, 15 Prozent Projektentwickler, 33 Prozent Sonstige
  • Grafik zeigt Angaben der Befragungsteilnehmer auf die Frage: „Endkundenpreise Lithiumsysteme: Was ist ein typischer aktueller Preis für ein Homespeichersystem für Endkunden? (Bitte beziehen Sie Ihre Antwort auf den Nettopreis in Euro pro kWh nutzbarer Speicherkapazität für ein System inkl. Installation, Batteriewechselrichter, Steuerungssoftware etc., ohne MwSt.)“
  • Büro F ist ein Berliner Marktanalyst mit Spezialisierung auf erneuerbare Energien und Strommärkte. Wir analysieren die Potentiale neuer Technologien und entwickeln attraktive Geschäftsmodelle weiter. Mehr Informationen und eine ausführliche Präsentation:www.burof.de