Primärenergieverbrauch: 1,4 Prozent mehr Erneuerbare und 6,5 Prozent mehr Erdgas

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Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen hat aktuelle Zahlen für den Primärenergieverbrauch in den ersten neun Monaten dieses Jahres in Deutschland veröffentlicht. Die Verbräuche werden dabei in die einzelnen Energieformen aufgegliedert.

Demnach konnte im Jahr 2016 vor allem Erdgas seinen Anteil am Primärenergieverbrauch erhöhen. Insgesamt wurden 2.155 Petajoule Erdgas für die Energieerzeugung verbraucht. Das entspricht einem Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AG Energiebilanzen begründet den starken Anstieg durch den „Mehreinsatz von Erdgas zur Stromerzeugung sowohl in den Kraftwerken der Stromversorger wie auch in Kraftwerken der Industrie.“

Auf Platz 2 der Energieformen mit dem stärksten Zuwachs im Jahr 2016 liegt das Mineralöl mit einem Plus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt betrug der Verbrauch 3.403 Petajoule. Der Dieselverbrauch sei dabei um sechs Prozent angestiegen, der Verbrauch von Flugkraftstoff um drei Prozent. Die Lieferungen von Rohbenzin an die chemische Industrie stiegen um 1,5 Prozent. Dem entgegen wirkten der verringerte Verbrauch beim leichten und schweren Heizöl, der um jeweils vier Prozentpunkte sank und der um 0,3 Prozent geringere Verbrauch von Ottokraftstoff.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch legte im Jahr 2016 nur um 1,4 Prozentpunkte zu und betrug insgesamt 1.211 Petajoule. Innerhalb der Erneuerbaren konnten vor allem die Wasserkraft (plus zehn Prozent ohne Pumpspeicher) und die Windkraft (plus zwei Prozent) zulegen. Der Anteil der Solarenergie, bei dem die AG Energiebilanzen Photovoltaik und Solarthermie zusammenfasst, sank hingegen um zwei Prozent. Die Windkraft (On- und Offshore) sei um zwei Prozent gestiegen, Biomasse und Geothermie um jeweils einen Prozentpunkt.

DassFraunhofer ISE kommt in einer Untersuchung vom Oktober, bei der Anteil regenerativer Energien an der Nettostromerzeugung (und eben nicht am Primärenergieverbrauch) genannt wird, teilweise zu gegensätzlichen Ergebnissen. Dem ISE zufolge sei der Anteil der Solar-Anteil in den ersten neun Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht gestiegen. Der Anteil der Wasserkraft an der Nettostromerzeugung sei leicht zurückgegangen.

Zu den größten Verlierern des Jahres 2016 zählt die Atomkraft, die 10 Prozent Anteil am Primärenergieverbrauch im Vergleich zum Vorjahr einbüßt. Dies sei auf mehrere planmäßige Kraftwerksrevisionen und die Außerbetriebnahme des Kraftwerks Grafenrheinfeld Ende Juni 2015 zurückzuführen. Die verbrauchte Gesamtenergiemenge an Atomenergie nennt die AG Energiebilanzen nicht. Stein- und Braunkohle verloren ebenfalls Anteile am Primärenergieverbrauch. Der Steinkohleanteil sank um 4,4 Prozent (insgesamt 1.208 Petajoule), der Braunkohleanteil um 3,9 Prozent (insgesamt 1.116 Petajoule).

Der Gesamt-Primärenergieverbrauch stieg in den ersten neun Monaten 2016 im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um 0,3 Prozent. In einer Prognose für das Gesamtjahr geht die AG Energiebilanzen davon aus, dass der Gesamt-Primärenergieverbrauch in Deutschland in etwa stabil bleibt und rund 13.350 Petajoule beträgt. Der Primärenergiemix bestehe im Gesamtjahr 2016 in etwa zu 34 Prozent aus Mineralöl, zu 22 aus Erdgas, zu 12 Prozent aus Braunkohle und zu 11 Prozent aus Steinkohle. Die erneuerbaren Energien werden im Jahr 2016 einen Anteil von mehr als 12 Prozent am gesamten Primärenergiemix haben. (Mirco Sieg)

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