Nach Trina Solar und Jinko Solar will sich auch JA Solar aus Undertaking zurückziehen

Die JA Solar Holdings Co., Ltd. gar ihren Rückzug aus dem Undertaking angekündigt. Diese Vereinbarung zwischen China und der EU-Kommission regelt Mindestimportpreise und Einfuhrvolumen für chinesische Photovoltaik-Hersteller. Sie war im Dezember 2013 im Zuge eines Anti-Dumping- und Anti-Subventionsverfahrens in Kraft gesetzt worden und wird seit Dezember 2015 von der EU-Kommission überprüft. Trina Solar hatte nach Beginn der Auslaufprüfung als größter chinesischer Photovoltaik-Hersteller seinen Rückzug verkündet, kürzlich folgte Jinko Solar. Dazu hat Brüssel mehr als ein Dutzend chinesischer Photovoltaik-Hersteller wegen verschiedener Verstöße gegen das Undertaking in den vergangenen Monaten bereits ausgeschlossen, darunter etwa Canadian Solar, ET Solar und Renesola. Diese Photovoltaik-Hersteller müssen bei der Einfuhr ihrer in China gefertigten kristallinen Solarmodule nun Anti-Dumping- und Anti-Subventionszölle von rund 50 Prozent zahlen. Für JA Solar liegt der Anti-Dumpingzoll bei 51,5 Prozent und der Anti-Subventionszoll bei 5.0 Prozent.

JA Solar ließ am Mittwoch verlauten, dass es den europäischen Photovoltaik-Markt künftig mit Solarmodulen aus seinen Werken außerhalb Chinas beliefern wolle. Der chinesische Photovoltaik-Hersteller betonte, dass er sich bislang vollständig an die Vereinbarungen des Mindestimportpreises gehalten habe. Dieser reflektiere aber mittlerweile nicht mehr das Marktumfeld. Die durchschnittlichen Verkaufspreise in der EU seien bereits beachtlich unter dem heutigen Mindestimportpreis gesunken und fielen weiter, hieß es bei JA Solar. Das Unternehmen könne in Europa nur wettbewerbsfähig bleiben, wenn es sich aus der Preisvereinbarung zurückziehe. „Während die Verkaufspreise weiter fallen, ist der Mindestimportpreis in den vergangenen 18 Monaten unverändert geblieben“, erklärte Baofang Jin, Vorstandschef von JA Solar. Er liegt derzeit bei 56 Eurocent pro Watt.

Mit Beginn des zweiten Halbjahres ist auf den Photovoltaik-Märkten weltweit und damit auch in Europa ein neuer Preiskrieg unter den Photovoltaik-Herstellern ausgebrochen. Hauptgrund dafür ist, dass die chinesische Regierung nach einem Zubau von etwa 20 Gigawatt Photovoltaik-Leistung im ersten Halbjahr die Einspeisevergütungen zum 1. Juli massiv gekürzt und damit die Nachfrage drastisch reduziert hat. Gleichzeitig haben vor allem die chinesischen Photovoltaik-Hersteller ihre Kapazitäten weiter massiv ausgebaut. Die weltweiten Überkapazitäten liegen derzeit nach Ansicht von Experten bei etwa 20 Gigawatt. Um Lagerbestände zu vermeiden, haben Photovoltaik-Hersteller massiv die Preise gesenkt und damit eine neue Preisspirale ausgelöst. In deren Folge dürfte auch eine neue Konsolidierungswelle unter den Modulherstellern ausgelöst werden. Anlaysten erwarten allein für dieses Jahr Preissenkungen von etwa 20 Prozent bei Solarmodulen und eine Fortsetzung des Trends im kommenden Jahr.

Vor knapp einer Woche hatte EU Prosun, dass das Anti-Dumping- und Anti-Subventionsverfahren sowie die Auslaufprüfung der EU-Kommission beantragt hatte, den chinesischen Photovoltaik-Herstellern erneut massives Dumping vorgeworfen. Es wird gepfuscht und getrickst, um Antidumping-Auflagen zu umgehen. Hauptsache, man findet in Europa noch Kunden und kann andere Hersteller vom Markt verdrängen", erklärte EU Prosun-Präsident Milan Nitzschke, der zugleich Konzernsprecher von Solarworld ist. Er forderte von der EU, dringend ihre Instrumente gegen unzulässiges Dumping nachzuschärfen. Auf der anderen Seite stehen Vereinigungen wie Solarpower Europe und SAFE, die sich für ein Auslaufen der Schutzmaßnahmen aussprechen, damit der europäische Photovoltaik-Markt wieder wachsen könne.

Mehr als ein Dutzend chinesischer Hersteller sind mittlerweile aus dem Undertaking ausgeschieden, die überwiegende Mehrzahl wurde von der EU-Kommission ausgeschlossen. Ende August kam der Ausschluss für Ningbo Osda Solar Co. Ltd. (Osda Solar), Ningbo Qixin Solar Electrical Appliance Co. Ltd. (Qixin Solar) und Shandong Linuo Photovoltaic Hi-Tech Co. (Linuo). Dabei stellte Brüssel sehr ähnliche Verstöße gegen das Undertaking fest, weshalb nun dieses Vorgehen der Umgehung der Mindestimportpreise genauer im Auge behalten werden soll. Noch geht die EU-Kommission nach eigenen Aussagen nicht von einem systematischen Handeln der chinesischen Photovoltaik-Hersteller aus. Davor hatte Brüssel das Undertaking für Delsolar, CNPV, Motech, Xian Longi, Lerri Solar, Canadian Solar, Renesola, ET Solar, Znshine, Chint Solar, Sunny Energy und Shinetime China widerrufen. Trina Solar beantragte nach Beginn der Auslaufprüfung den freiwilligen Rückzug aus dem Undertaking, den Brüssel bewilligte. Bei Jinko Solar und JA Solar steht diese Bewilligung noch aus. (Sandra Enkhardt)