Perfekt geplant für Mercedes in Belgien

Die Kunst liegt heute nicht mehr in der reinen Errichtung einer Photovoltaikanlage, sondern in der Akquise und Planung. Das zeigt das Beispiel des belgischen Unternehmens Intellisol. Es hat vor Kurzem eine Photovoltaikanlage auf einem neu errichteten Mercedes-Autohaus in Belgien installiert, das von der IAM-Gruppe betrieben wird. CEO Herman Daniels ist stolz darauf, wie er den Zuschlag bekommen hat. IAM wollte zusätzlich zu den bereits bestehenden vier Autohäusern ein neues, energieeffizienteres Autohaus bauen. Außer Intellisol, so Daniels, habe es vier weitere Bewerber gegeben.

„IAM hat uns gebeten, eine Photovoltaikanlage zu entwerfen, aber niemand wusste, wie viel Energie das Gebäude benötigen wird“, sagt Daniels. „Das war die Herausforderung.“ Die mögliche Einspeisevergütung für überschüssigen Strom ist in Belgien mit 5,5 Cent pro Kilowattstunde sehr niedrig, sodass Eigenverbrauch wichtig ist. Das Gebäude wurde aber erst noch errichtet, der Stromverbrauch war damit in der Planungsphase unbekannt. Eine zusätzliche Schwierigkeit bei solchen Eigenverbrauchsprojekten ist, dass ein Autohaus ein Drittel der Zeit nicht genutzt wird. Ein Batteriespeicher sei wegen Sicherheitsanforderungen nicht infrage gekommen. Auch die Stromkosten seien gering – IAM habe einen guten Vertrag und zahle nur 14,2 Cent pro Kilowattstunde.

Gleichzeitig wollte IAM das ganze Dach mit Modulen belegen, also eine große Anlage bauen, und eine sichere Rendite von zehn Prozent für die Installation erwirtschaften. Sieht zunächst nach sich stark widersprechenden Bedingungen aus.

Akquise mit gründlicher Planung

Um das Vertrauen zu gewinnen, so formuliert es Daniels, hat Intellisol den Energieverbrauch eines anderen Autohauses von IAM detailliert analysiert. Das Ergebnis mit viertelstündiger Auflösung haben sie auf das neu zu errichtende Gebäude übertragen und dabei meteorologische Daten der Nasa genutzt, um die Bedingungen anzupassen und den Strombedarf der Wärmepumpe abzuschätzen.

Intellisol hat nach eigenen Angaben ein Tool mit der Programmiersprache Matlab entwickelt, mit dem es laut Daniels möglich ist, das optimale Verhältnis von Eigenerzeugung, Verbrauch, Einspeisung und Netzbezug zu ermitteln. Mit diesem Tool sei es möglich gewesen, IAM zu zeigen, wie viel Energie ein typisches Autohaus an diesem Standort benötigen würde. Das Tool zeigte, dass eine Anlage von 81,4 Kilowattpeak optimal wäre. Das bedeutete aber auch, dass nur rund 40 Prozent des Daches belegt werden mussten. Damit würden 32 Prozent des Energiebedarfs aus eigener Erzeugung gedeckt und nur 35 Prozent des Solarstroms in das Netz eingespeist. Die Rücklaufzeit der Investition liege damit bei ungefähr 9 bis 9,5 Jahren, die Rendite bei 10,2 bis 11,4 Prozent.

„Alle anderen Unternehmen haben die Installation auf der gesamten Dachfläche vorgeschlagen“, sagt Daniels. Eine Anlage auf der gesamten Dachfläche habe jedoch nur eine Rendite von 6,5 bis 7,6 Prozent versprochen. Die Rücklaufzeit der Investition würde in diesem Fall 15 Jahre betragen. Kein Wunder also, dass Intellisol mit der kleineren Photovoltaikanlage den Zuschlag bekommen hat. Die ersten zehn Monate Betrieb zeigen laut Daniels, dass die Berechnungen seines Unternehmens richtig waren.