Sharp wendet sich chinesischem Photovoltaik-Markt zu

Im Mai hat der neue Mehrheitseigner Foxconn die Fortführung des Photovoltaik-Geschäfts zugesagt. Zugleich sollte die zuletzt verlustreiche Sparte des japanischen Elektronikkonzerns neu ausgerichtet werden. Ein Teil dieser Strategie scheint nun eine starke Zuwendung zum chinesischen Photovoltaik-Markt zu sein, wie das japanische Wirtschaftsblatt „Nikkei“ am Mittwoch berichtet. Angesichts der Erwartungen eines nur langsamen Wachstums des Kerngeschäfts in Japan hoffe man nun auf Marktchancen in China, gerade mit Blick auf den Modulabsatz für Photovoltaik-Kraftwerke. Foxconn denke derzeit über den Aufbau eines Vertriebsnetzwerks in China nach, um diese Bemühungen zu unterstützen, heißt es in dem Bericht weiter.

Lange Zeit gab es Ungewissheit über die Zukunft des Solarsparte von Sharp, die Verluste von 183 Millionen US-Dollar im vergangenen Geschäftsjahr 2015/2016, das im März endete, eingefahren hatte. Der Apple-Zulieferer Foxconn erwarb schließlich im April eine Zwei-Drittel-Mehrheit für 3,5 Milliarden US-Dollar an den angeschlagenen Elektronikkonzern. Das taiwanesische Unternehmen ist ebenfalls in Solargeschäft tätig. „Wir planen nach Abschluss des Investmentprozesses, die Produktionstechnologie von Foxconn sowie alle möglichen Ressourcen einzusetzen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Solargeschäfts von Sharp zu stärken“, schrieb Foxconn-Präsident Terry Gou im Mai an die Sharp-Mitarbeiter. In jüngster Vergangenheit konnte sich Sharp bereits einige Lieferaufträge für Photovoltaik-Kraftwerke in der Mongolei, den Philippinen und Indonesien sichern. (Sandra Enkhardt)