Canadian Solar übertrifft eigene Erwartungen

Canadian Solar Inc. hat im zweiten Quartal eine umsatzrelevante Absatzmenge bei Solarmodulen von 1290 Megawatt erreicht. Dies habe leicht über den eigenen Erwartungen und über dem Absatz des ersten Quartals gelegen, teilte das chinesisch-kanadische Photovoltaik-Unternehmen mit. Analog dazu auch der Umsatz, der im zweiten Quartal 805,9 Millionen Euro erreicht habe. Die Bruttomarge von 17,2 Prozent sei ebenfalls leicht über der eigenen Prognose ausgefallen. Das Nettoergebnis habe bei 40,4 Millionen Euro fast doppelt so hoch wie im Vorquartal gelegen.

Mit 47,6 Prozent konnte Canadian Solar den größten Umsatzanteil in Nord- und Südamerika erzielen, während es in Asien 39,5 Prozent waren, wie es weiter hieß. Der steigende Bruttogewinn, der bei 138,5 Millionen US-Dollar im zweiten Quartal gelegen habe, sei vor allem durch niedrigere Modulherstellungskosten erreicht worden. Unerwartete Kosten ergaben sich hingegen durch die Absage der geplanten Yieldco-Gründung sowie den durch einen Tornado verursachten Schäden in der Zellfertigung in der chinesischen Provinz Jiangsu.

„Unser Kerngeschäft mit Solarmodulen und Projekten bleibt stark und mit einer gesunden Bilanz versehen, die unsere kurz- und langfristigen Pläne unterstützt“, erklärte Shawn Qu, Vorstandschef von Canadian Solar. „Unsere strategische Entscheidung, nicht länger auf eine Yieldco zu setzen, spiegelt das Marktumfeld wider.“ Canadian Solar habe mittlerweile ein Portfolio von Photovoltaik-Anlagen mit 472 Megawatt am Netz und in Besitz. Etwa Anlagen mit 900 Megawatt sollen im zweiten Halbjahr noch dazu kommen, wie es weiter hieß. Die insgesamt 1,37 Gigawatt hätten eine Wiederverkaufswert von rund 2,1 Milliarden US-Dollar. Canadian Solar wolle aktiv einige der Anlagen gezielt im zweiten Halbjahr sowie 2017 zu Geld machen, kündigte Qu an.

Finanzvorstand Huifeng Chang hob Umsatz und Bruttomarge hervor, die über den eigenen Erwartungen des Unternehmens im zweiten Quartal gelegen haben. „Wir haben von einer Kombination aus starker Nachfrage nach unseren Modulen, höher als erwarteten Verkaufspreisen und einer soliden Kostenkontrolle in unseren Fabriken profitiert.“ Canadian Solar habe zudem seine Lagerbestände um mehr als 100 Millionen US-Dollar reduzieret, sich Finanzierungen für Photovoltaik-Projekte gesichert sowie die erste Photovoltaik-Anlage in China monetarisiert, so Chang weiter. Die geplanten Photovoltaik-Projekte in den USA, Japan, China und Großbritannien verliefen weiter nach Plan. Seine Pipeline für große Photovoltaik-Projekte gibt Canadian Solar mit 20,4 Gigawatt an, davon sind 2,4 Gigawatt in einer fortgeschrittenen Entwicklungsphase. Mehr als die Hälfte davon befänden sich in den USA.

Für das zweite Halbjahr strebt der Photovoltaik-Hersteller einen massiven Kapazitätsausbau an. So solle die Produktionskapazität für Wafer bis zum Jahresende von 400 auf 1300 Megawatt gesteigert werden, Diese solle durch den Einsatz neuer Diamantsägen-Technologie erreicht werden. Bei der Fertigung von Solarzellen solle die Kapazität von 2200 auf 3050 Megawatt und von Solarmodulen von 4330 auf 5800 Megawatt gesteigert werden. Derzeit sei Canadian Solar auch noch dabei die Tornadoschäden in der Solarzellen-Fabrik zu beseitigen, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 wieder ihre volle Kapazität erreichen werde. Die entstandenen Kosten durch die Schäden seien durch Versicherungen abgedeckt. Derzeit gebe es dort eine verminderte Fertigungskapazität von einem Gigawatt. Noch im September will Canadian Solar eine neue Zellfertigung in Südostasien eröffnen, auch um den temporären Ausfall auszugleichen. Bei seinen Modulkapazitäten habe sich der Hersteller nach Marktanalysen für einen langsameren Ausbau entschieden. Ursprünglich sei geplant gewesen bis zum Jahresende 6,4 Gigawatt zu erreichen. In den nun angestrebten 5,8 Gigawatt eingeschlossen seien eine neue Fabrik in Südostasien mit 650 Megawatt und eine in Brasilien mit 360 Megawatt, deren Eröffnung für September geplant sei.

Canadian Solar geht für das dritte Quartal von einem Absatz zwischen 1,2 und 1,3 Gigawatt aus bei einem Umsatz zwischen 660 und 710 Millionen US-Dollar. Bei der Bruttomarge werde ein Ergebnis zwischen 14 und 16 Prozent erwartet. Für das Gesamtjahr strebe das Photovoltaik-Unternehmen einen Absatz zwischen 5,4 und 5,5 Gigawatt an und einen Umsatz zwischen 3,0 und 3,2 Milliarden US-Dollar. (Sandra Enkhardt)