Deutsche Bank rechnet mit stark sinkenden Kosten für Photovoltaik in den USA

In einer aktuellen Veröffentlichung der Deutschen Bank prognostiziert der Analyst Vishal Shah eine Kombination von steigenden Produktionskapazitäten chinesischer Lieferanten, gekoppelt mit einer Verlangsamung der Nachfrage in den USA.

Shah erklärt, dass "die meisten" chinesischen Tier-1 und Tier-2 Solarmodul-Lieferanten ihre Modulkapazität in Südostasien im Schnitt rund 500 Megawatt erweitern. Dies geschehe unter anderem, um Zölle für den Modulimport in die USA zu vermeiden. So geht Shah von mindestens vier bis fünf Gigawatt neuer Produktionskapazität für zollfreie Module aus, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2016 auf den US-Markt drängen werden.

Diese neuen Modulkapazitäten treffen derzeit nicht gerade auf einen Mark mit hoher Nachfrage. Ursprünglich hatte die Deutsche Bank einen Zubau in den USA von 15 Gigawatt im Laufe des Jahres 2016 prognostiziert, sagt Shah. Da in der ersten Jahreshälfte bisher aber nur 4 Gigawatt zugebaut wurden könne der Gesamtzubau nicht höher als zehn bis zwölf Gigawatt liegen. In den kommenden Jahren werde sich die Situation aber wieder verbessern und die Projektentwicklung wird in den USA wieder an Fahrt aufnehmen.

Zunächst werden die Modul-Preise in den USA daher noch in diesem Jahr auf unter 0,50 Dollar pro Watt fallen. Heute liegen sie bei rund 0,53 Dollar pro Watt. Shah erklärt zudem, dass „führende europäische Installationsunternehmen“ davon ausgehen, dass die Gesamtsystemkosten für PV-Großprojekte in den kommenden 12 bis 18 Monaten von heute 1,10 bis 1,25 US-Dollar pro Watt auf dann 0,80 bis 0,85 US-Dollar fallen werden. (Christian Roselund; übersetzt und bearbeitet von Mirco Sieg)