Wetter- und Leistungsprognosen besser verknüpfen

Das Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel und der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach wollen zwei Welten enger und besser miteinander verbinden: Im Projekt EWeLiNE arbeiten sie an mathematischen Modellen, die auf jede Viertelstunde genau und besser als bisher prognostizieren sollen, wieviel Strom die in Deutschland installierten Photovoltaik- und Windkraftanlagen in den nächsten Stunden und an den nächsten Tagen erzeugen. „Entscheidend ist, dass wir Wetter- und Leistungsprognosen enger miteinander verknüpfen als bisher und sie besser auf die Anforderungen der Übertragungsnetzbetreiber anpassen", beschreibt Projektleiter Malte Siefert vom IWES den Mehrwert der neuen Modelle.

Im Zuge des seit Ende 2012 laufenden Projekts haben die Partner jetzt die Demonstrationsplattform EnergyForecaster gestartet, damit die Übertragungsnetzbetreiber die neuen Prognosetools live in der Leitwarte erproben können. „Die Prognose der erzeugten Menge an erneuerbarer Energie ist wichtig, um zu wissen, wieviel Energie noch aus konventionellen Energieträgern wie Atom, Gas oder Kohle zugeschaltet werden muss“, erklärt Siefert. Gleichzeitig benötige man sie für den Handel mit Strom und um das Stromnetz stabil zu halten.

Neu sind dem IWES zufolge beispielsweise Prognosen, mit denen die Übertragungsnetzbetreiber sehr genau berechnen können, wieviel Wind- und Solarstrom an welchem Netzknoten eingespeist wird. Die Demonstrations-Plattform stellt Prognosen für die Einspeisung von erneuerbaren Energien generell sowie für Photovoltaik- und Windeinspeisung einzeln dar. Insgesamt können über 20 verschiedene Warnungen und Prognosen angezeigt werden, außerdem sollen die neuen Werkzeuge Informationen über die Zuverlässigkeit der Prognosen liefern. Die Forscher gehen davon aus, dass sich dabei weitere, bisher noch nicht erkannte Optimierungspotenziale ergeben.

„Entscheidend ist es, genau zu berechnen, wie die 1,9 Millionen in Deutschland betriebenen Photovoltaik- und Windenergieanlagen das Wetter in elektrischen Strom umwandeln“, so Siefert weiter. Allerdings stünden nicht von allen Anlagen Daten zur Verfügung. Bei manchen sei der Zugriff datenschutzrechtlich nicht möglich, bei anderen fehle schlichtweg die Technik. (Petra Hannen)