Dänemark stoppt 60/40-Solarförderung

Der dänische Energieminister Lars Lilleholt und das Parlament in Kopenhagen haben in dieser Woche einen Stopp der Solarförderung nach dem „60/40“-Programm verkündet und mit sofortiger Wirkung beschlossen. Zuvor seien binnen weniger Monate mehr als 9000 Photovoltaik-Anlagen mit etwa 4,5 Gigawatt Leistung neu für diese Förderung angemeldet worden. Nun wird der dänische Übertragungsnetzbetreiber keine neuen Anträge mehr annehmen.

Bei dieser Form der Solarförderung erhalten die Photovoltaik-Anlagenbetreiber für ihren Solarstrom einen festen Strompreis von 0,60 Dänischen Kronen (8,1 Eurocent) pro Kilowattstunde für die ersten zehn Jahr sowie 0,40 Dänische Kronen für weitere zehn Jahre. Ähnlich zum System in Deutschland wird der Aufschlag für Solarstrom über die Stromrechnung der Verbraucher (PSO-Abgabe) finanziert. Energieminister Lilleholt begründet den Stopp der Photovoltaik-Förderung nun auch mit der hohen Belastung für die dänischen Stromverbraucher. Der Betrag summiere sich bei 4,5 Gigawatt Photovoltaik-Leistung auf mehr als 11 Milliarden Dänische Kronen. „Wir sind in einer kritischen Situation. Ohne eine schnelle Intervention wird es eine unkontrollierte und ungeplante Ausbreitung von Photovoltaik-Anlagen in Dänemark geben“, so Lilleholt.

Das Förderprogramm 60/40 für Photovoltaik-Anlage gibt es nach Angaben des Ministers bereits seit 1999. Zunächst gab es wenig Interesse. So seien bis Anfang April gerade einmal Photovoltaik-Anlagen mit 2,6 Megawatt Gesamtleistung unter dem Programm installiert worden. Im April habe es dann Anträge für weitere rund 4000 Megawatt gegeben. Der Minister kündigte die Einleitung einer Untersuchung an, auch um die genaue Höhe der nun anfallenden Kosten zu ermitteln und in Zukunft solche Entwicklungen zu vermeiden, sagte er. Zuschüsse für Photovoltaik-Anlagen für Privathaushalte werde es aber weiter über ein Pool-System geben. Der Pool sei bis Ende Mai 2016 für Anträge geöffnet. Nach Angaben des Ministers sind in Dänemark derzeit Anlagen mit 790 Megawatt Photovoltaik-Leistung installiert. (Sandra Enkhardt)