Heliatek und Exytron gewinnen Greentec Awards

Die ersten Greentec Awards Gewinner für 2016 stehen fest. In einer Vorabpreisverleihung sind bereits am Mittwoch auf der Hannover Messe die ersten Urkunden für besonders innovative grüne Unternehmen überreicht worden.

In der Kategorie „Produktion“ gewann die Firma Heliatek aus Dresden und Ulm. Heliatek produziert in Dresden eine organische Solarfolie namens Heliafilm mit zwei Schichten, die unterschiedliche Wellenlängen absorbieren. Erst im Februar hatte das Unternehmen mit einer OPV-Multistack-Zelle (dreischichtig) einen neuen Wirkungsgradrekord von 13,2 Prozent vermeldet. Der Greentec Award würdigt nun die umweltfreundliche Herstellung des Films. Das vakuumbasierte Rolle-zu-Rolle-Produktionsverfahren habe nur einen sehr geringen Ressourcen- und Energieverbrauch. So werde zur Herstellung von einem Quadratmeter aktivem Heliafilm nur ein Gramm des organischen Absorbermaterials benötigt, erläutert das Unternehmen. Dies führe gemeinsam mit dem niedrigen Energieverbrauch des Produktionsprozesses, zu geringen Kosten und einer einzigartig kurzen Zeit der Energierückgewinnung von weniger als drei Monaten. Bei der Produktion seien nur Temperaturen von 120 Grad nötig, wodurch kostengünstige PET-Folien zum Einsatz kommen können. Die leichten, flexiblen und transparenten Folien eröffnen auch neue Anwendungsfelder. So erprobt Heliatek den Einsatz auf einer energieautarken Traglufthalle in Berlin. Derzeit wird die Folie noch auf einer Kleinserienanlage produziert. Ziel sei es jedoch, in naher Zukunft eine Million Quadratmeter pro Jahr herzustellen.

In der Kategorie „Start-up“ gewann Exytron den Greentec Award. Der Newcomer aus Rostock bietet Power-to-Gas-Anlagen für die lokale Strom- und Wärmeversorgung an. Ein erstes Pilotprojekt wird derzeit in Alzey in Rheinland-Pfalz gebaut. Die sogenannte Smart-Energy-Technology verwendet überschüssigen Photovoltaik-Strom zur Elektrolyse von Wasserstoff. Anschließend wird daraus Methan erzeugt und für den Bedarfsfall in Tanks zwischengelagert. Später lässt sich das Gas in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) wieder in Strom und Wärme zurückverwandeln. Dabei wird das entstehende reine Kohlendioxid aufgefangen und später der Elektrolyse neu zugeführt. Somit entstehe eine abgasfreie Kreislaufwirtschaft, erklärt das Unternehmen. Neben der Stromproduktion und Speicherfunktion ist aber auch Wärme ein wichtiges Produkt des Systems. Diese fällt nicht nur bei der Verbrennung im BHKW an, sondern auch bei der Elektrolyse, bei der Katalyse und bei der Trocknung des Methangases. Deshalb sei die Power-to-Gas-Produktion direkt am Ort des Verbrauchers wesentlich effizienter als in zentralen Anlagen an Windstandorten, erklärt der Geschäftsführer Klaus Schirmer. Das Start-up kann sich nun über einen Geldpreis und zusätzliche Leistungen von Partnerunternehmen freuen.

Weitere Gewinner der Greentec Awards werden auf einer festlichen Gala am 29. Mai in München bekanntgegeben. Seit 2008 werden die Preise in mehreren Kategorien für innovative Produkte und Technologien mit einem Fokus auf die Gestaltung einer umweltfreundlicheren Zukunft vergeben. Die Greentec Awards gehören zu den bedeutendsten, europäischen Umwelt- und Wirtschaftspreisen. (Cornelia Lichner)