Sunedison meldet Insolvenz nach Chapter 11 an

Sunedison hat am Donnerstag Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts bei einem New Yorker Gericht beantragt. Die Yieldcos des US-Konzerns, Terraform Global und Terraform Power seien nicht Teil des Antrags. Der US-Photovoltaik-Hersteller gab zudem bekannt, dass es Zusagen bis zu 300 Millionen US-Dollar als Massedarlehen von seinen erst- und zweitrangigen Gläubigern erhalten habe.

Marktbeobachter erwarteten den Insolvenzantrag für diesen Monat, nachdem die Übernahme von Vivint Solar gestoppt wurde. Sunedison befindet sich zudem unter Ermittlungen des US-Börsenaufsicht und des Justizministeriums in Washington.

„Unsere Entscheidung, eine gerichtlich beaufsichitgte Umstrukturierung war ein schwieriger, aber wichtiger Schritt, um unmittelbar die Lösung unserer Liquiditätsprobleme anzugehen“, sagte Ahmad Chatila, Vorstandschef von Sunedison. „Der Gerichtspozess wird uns erlauben, unsere Bilanz zu ordnen und die Schulden zu reduzieren sowie die Möglichkeit geben, unser Geschäft zu unterstützen, während wir uns auf unsere Kernkompetenzen.“

Das Chapter 11-Verfahren ermöglicht die Reorganisation eines Unternehmens, während andere Insolvenzanträge die Liquidation eines Unternehmens zur Folge haben. Sunedison erklärte, es habe diesen Antrag eingereicht um einen reibungslosen Übergang zu erreichen, ohne die Hauptgeschäfte zu stören. Wenn das Gericht den Antrag genehmige, werde der Photovoltaik-Konzern in der Lage sein, seine Löhne zu zahlen und sein Geschäft fortzuführen, sowohl bei den Projekten in den USA als auch weltweit. Chatila kündigte an, dass sich Sunedion im Sinne eines Erhalts seines wichtigsten technologischen und geistigen Eigentums von Nicht-Kernaktivitäten trennen wolle.

„Die Insolvenz von Sunedison sagt mehr über die strategischen Entscheidungen des Unternehmens aus, als über die Lage der Solarindustrie als Ganzes“, sagt Jenny Chase von Bloomberg New Energy Finance. Vergleichbare Unternehmen wie Sunpower und First Solar hätten ihr Geschäft in den vergangenen drei Jahren profitabel vorangetrieben. Sunedison hingegen habe „unnachgiebig und unfokussiert“ nach Wachstum gestrebt und ein Großteil seines geliehenen Geldes dabei investiert. Dabei seien nicht alle Entscheidungen erfolgreich gewesen, gerade im Projektentwicklungsbereich. Diese Projekte stünden nun auch wieder zum Verkauf. Zugleich besitze die Projektpipeline aber auch viel Wert, so Chase weiter. Allerdings dürften potenzielle Käufer eine genaue Prüfung vornehmen. Gerade in Indien habe Sunedison für einige Projekte zu äußerst wettbewerbsfähigen Preisen geboten und auch einen Zuschlag erhalten. (Christian Roselund/Sandra Enkhardt)