BSW-Solar: Preisniveau der Photovoltaik mit Windkraft an Land vergleichbar

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Bundesnetzagentur die Ergebnisse der vierten Ausschreibungsrunde für Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Der mengengewichtete Zuschlagswert lag dabei bei 7,41 Cent pro Kilowattstunde, das niedrigste Gebot sogar bei nur 6,94 Cent pro Kilowattstunde. „Vom Preisniveau erreichen wir jetzt das Niveau von Windkraft an Land“, erklärte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) am Donnerstag zu den Ergebnissen. Er warnt zugleich aber zur Vorsicht, schließlich seien erst wenige Photovoltaik-Freiflächenanlagen der ersten Runden realisiert und es bleibe abzuwarten, wie viele Projekte tatsächlich realisiert werden. „Die Realisierungsquote ist bisher hoffentlich nur deswegen so gering, weil die Auktionsgewinner auf einen weiteren Rückgang der Systemkosten hoffen und sich daher Zeit lassen“, so Körnig weiter.

Nach Ansicht des BSW-Solar ist das Ausschreibungsvolumen viel zu gering. Dies belege die mehrfache Überzeichnung aller Runden. Körnig glaubt daher, dass sich das Ausschreibungsvolumen für die Photovoltaik-Freiflächenanlagen „problemlos verdoppeln ließe, ohne den Preis nennenswert zu erhöhen“. Eine Öffnung für weitere Flächen könnte sogar die Kosten noch weiter senken, da sich Solarparks auf landwirtschaftlichen Flächen deutlich günstiger realisieren ließen als auf Konversionsflächen. Bereits in der ersten Runde der Ausschreibungen 2016 war das für dieses Jahr zusätzliche Kontingent von zehn Freiflächenanlagen auf Ackerflächen in benachteiligten Gebieten bereits ausgeschöpft. Diese Begrenzung ist aus Sicht von Körnig nicht verständlich.

Auch mit Blick auf die Zukunft plädiert er dafür, die im derzeitigen EEG-Gesetzentwurf kursierende Begrenzung bei Ausschreibungen für Projekte ab einem Megawatt beizubehalten. An den Pilotausschreibungen müssen alle Freiflächenanlagen ab 100 Kilowatt teilnehmen. Auf Dauer sieht Körnig aber wenig Erfolgschancen für Bürger- und genossenschaftliche Projekte bei den Auktionen. So sei eine Bagatellgrenze von einem Megawatt sehr wichtig und auch die EU-Kommission gewähre diesen Spielraum. Nach den Plänen des Bundeswirtschaftsministeriums sollen ab 2018 alle Freiflächen- und Dachanlagen ab einem Megawatt an einer gemeinsamen Ausschreibung teilnehmen. „Nach übereinstimmender Auffassung der meisten Energie- und Finanzexperten würden Auktionsmechanismen für PV-Anlagen auf Dächern scheitern. Die deutlich komplexeren und heterogeneren Projekt-, Investorenstrukturen, Finanzierungs- und Planungsprozesse erfordern hier unbedingt die Beibehaltung des derzeitigen EEG-Mengen- und Preisfindungsmechanismus“, sagt Körnig dazu.

Nach Ansicht des BSW-Solar-Hauptgeschäftsführers droht die Bundesregierung, trotz der mittlerweile so günstigen Preise für Photovoltaik ihre eigenen Ausbauziele im dritten Jahr in Folge zu verfehlen. „Dies steht in eklatantem Widerspruch zu den Klima- und Energiewende-Zielen der Bundesregierung“, sagt Körnig. Er weist darauf hin, dass sich mit Photovoltaik und Windkraft bereits jetzt eine preiswerte Energiewende realisieren ließe. (Sandra Enkhardt)