SMA kauft sich bei Tigo Energy ein

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Im Zuge einer Kapitalerhöhung von 20 Millionen US-Dollar wird sich die SMA Solar Technology AG mit 27 Prozent an der Tigo Energy, Inc. beteiligen. Gleichzeitig werde das deutsche Photovoltaik-Unternehmen einen Sitz im Verwaltungsrat des US-Unternehmens sowie für 30 Monate Exklusivrechte für den weltweiten Vertrieb der Smart-Modultechnik TS4-Retrofit erhalten, hieß es am Freitag zur strategischen Partnerschaft. Mit dieser neuen Produktplattform seien verschiedene Optionen für die Steigerung des Ertrags, die Vereinfachung der Anlagenplanung und –installation, den Brandschutz sowie die cloudbasierte Überwachung der Systemverfügbarkeit verbunden. Die Funktionsoptionen ließen sich dabei einfach in ein Solarmodul integrieren. Kunden können so jedes einzelne Solarmodul an ihre individuellen Anforderungen anpassen, wie es weiter hieß.

Tigo Energy hat die patentierte Smart-Modul-Technik TS4 entwickelt, um die Funktionalität von Solarmodulen zu erhöhen. Bei den bisher verfügbaren Lösungen müssten alle Solarmodule mit einem Optimierer nachgerüstet werden. Tigo Energy biete dagegen eine chipbasierte Lösung, bei der einzelne Solarmodule mit einer Optimierungsfunktion ausgestattet werden könnten – dies sei sowohl bei bestehenden als auch neuen Photovoltaik-Anlagen möglich. Zudem komme die Lösung von Tigo Energy mit wenigen Bauteilen aus.

Mit der strategischen Partnerschaft mit Tigo Energy erhofft sich SMA einen Zugang zum sogenannten „Module Level Power Electronics (MLPE)“-Markt. Dieser sei in den vergangenen Jahren insbesondere aufgrund der regulativen Anforderungen in den USA mit DC-Optimizern und AC-Modulwechselrichtern entstanden. Das MLPE-Marktvolumen liege bei etwa etwa 700 Millionen Euro jährlich. „Um das Portfolio im Bereich der MLPE zu verstärken, ist SMA mit Tigo Energy, Inc. eine strategische Partnerschaft eingegangen. Weltweit wurden bisher über eine Milliarde Solarmodule verbaut, die einzeln nicht überwacht werden“, erklärte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Zusätzlich wolle SMA die neue Lösung für den Ausbau der datenbasierten Geschäftsmodelle nutzen, was für das Unternehmen „von hoher strategischer Relevanz“ sei.

Der SMA-Vorstand geht davon aus, dass sich der Einstieg bei Tigo Energy bereits in der zweiten Jahreshälfte 2016 positiv auswirken wird. Die Effekte auf den Umsatz und das Ergebnis ließen sich aktuell allerdings noch nicht genau abschätzen. Deshalb bestätigt der SMA-Vorstand erst einmal die Umsatz- und Ergebnisprognose für das laufende Geschäftsjahr. 2016 rechnet das Unternehmen aus Niestetal mit einem Umsatz zwischen 950 und 1.050 Millionen Euro sowie einer deutlichen Ergebnissteigerung auf 80 bis 120 Millionen Euro. (Sandra Enkhardt)

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