Singulus und RWE unter den größten Kapitalvernichtern 2015

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat ihreRangliste der größten Kapitalvernichter für das Jahr 2015 veröffentlicht. Auch dieses Mal sind wieder namhafte Solarfirmen dort zu finden, allerdings deutlich weniger als in den Jahren 2013 und 2014. Die DSW hat für das vergangene Jahr erstmals auch Dividendenzahlungen in die Wertung einbezogen – soweit diese geleistet wurden.  Daraus ergibt sich ein Ranking nach der Performance der Unternehmen, das wir im Folgenden betrachten.

Auf Platz zwei der Liste der größten Kapitalvernichter im Jahr 2015 steht demnach der Maschinenbauer Singulus Technologies, der unter anderem Produktionstechnologie für die Solarindustrie anbietet. Auf der im Jahr 2014 veröffentlichten Liste lag Singulus auf Platz 32, im Folgejahr dann schon auf Platz 6, nun wurde es ein Platz auf dem Verlierertreppchen.

Die Firma Solarworld, die in den vorigen beiden Jahren jeweils Platz eins belegte, ist zwar noch auf der Liste zu finden und würde sich eigentlich auf Platz 3 einordnen. Die Bewertung beziehe sich aber lediglich auf die „alten Aktien“ vor dem Schuldenschnitt, heißt es bei der DSW. Daher sei das Unternehmen insgesamt aus der Wertung herausgenommen worden.

Als nächstes Unternehmen aus dem Energiebereich folgt RWE auf Platz 8 des Rankings. „Damit taucht der Energieversorger erstmals unter den Flop-Ten auf“, kommentiert Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW, die Plazierung. Im Vorjahr lag RWE noch auf Platz 35. Der RWE-Konkurrent Eon ist ebenfalls in der aktuellen Liste vertreten, auf Platz 30 (im Vorjahr Platz 43).

Der Anbieter von Energie-Management-Systemen und hybriden Energielösungen Heliocentris Energy Solutions ist erstmalig in der DSW-Watchlist vertreten und erreicht Platz 22. Der Photovoltaik-Projektierer Phoenix Solar ist genauso wie der Maschinenbauer Manz in diesem Jahr am unteren Ende der Rangliste zu finden. Phoenix auf Platz 41 (im Vorjahr Platz 9) und Manz als Neueinsteiger auf Platz 43.

Nicht mehr im DSW-Ranking vertreten ist der Wechselrichter-Hersteller SMA, der im Vorjahr noch Platz 12 belegte. Die Aktien des Unternehmens sind laut DSW im Vergleich zum Vorjahresranking um 250 Prozent gestiegen.

Die DSW beschränkt sich bei ihrer Betrachtung auf die im Prime Standard notierten Aktiengesellschaften, mit der Begründung, dass hier in der Regel die Privatanleger ihr Geld investieren. In den vergangenen Jahren führten verschiedene deutsche Photovoltaik-Hersteller die DSW-Watchlist an oder waren ganz vorn gelistet, was eine Folge der Konsolidierung der deutschen Solarindustrie war. So hätte in der Watchlist 2015 Centrosolar noch vor Solarworld gelegen, wurde aber aufgrund der Insolvenz in der Rangliste nicht aufgeführt. Daneben waren mit Aleo Solar auf Platz sieben und Phoenix Solar auf neun zwei weitere Photovoltaik-Unternehmen in der DSW-Watchlist ganz vorn aufgeführt. Im Jahr 2013 kam sogar jedes zweite Unternehmen in der Top 10 aus der deutschen Solarindustrie – ganz oben standen dabei Centrotherm, Solarworld und Phoenix Solar. Im Jahr davor war Conergy als größter Kapitalvernichter gelistet worden; 2011 führte sie Solon an und Q-Cells fand sich auf Platz 3 wieder. (Mirco Sieg, Sandra Enkhardt)