BEE fordert entschieden schnelleres Ausbautempo für Erneuerbare

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Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat eine ganz einfache „Bierdeckel“-Rechnung aufgemacht, die eine massive Klimaschutzlücke in Deutschland bis 2023 zeigt. Mit dem beschlossenen Atomausstieg würden bis Januar 2023 insgesamt etwa 90 Terawattstunden Atomstrom wegfallen. Gleichzeitig plant die Bundesregierung aber nur einen Zubau von 50 Terawattstunden an Ökostrom, sprich aus neuen Photovoltaik-, Windkraft- und Biomasse-Anlagen bis zu diesem Zeitpunkt, wie der Verband am Freitag aufzeigte. So sei im aktuellen Entwurf zur EEG-Reform 2016 vorgesehen, den Anteil von erneuerbaren Energien bis 2025 auf 45 Prozent zu deckeln. Mit Blick auf den nicht Schritt haltenden Netzausbau hatten sich Vertreter der Bundesregierung in den vergangenen Wochen und Monaten mehrfach gegen einen schnelleren Ausbau von Photovoltaik, Windkraft und Co. ausgesprochen.

„Es wäre fatal, wenn die durch den Atomausstieg entstehende Lücke mit schmutzigem Kohlestrom gefüllt würde. So kann Deutschland seine verpflichtenden Klimaschutzziele nicht erfüllen“, heißt es beim BEE. Die Lösung ist nach Ansicht des Verbands einfach: „Nur mit einem rascheren Ausbau der Erneuerbaren Energien kann der Atomausstieg klimaneutral gelingen.“

An diesem Freitag jährt sich die Atomkatastrophe von Fukushima zum fünften Mal. Im Vorfeld hatte das Bundeswirtschaftsministerium noch stolz erklärt: „Energiewende – Wir machen das!“. Der zuständige Minister Sigmar Gabriel (SPD) lobte dabei vor allem das bereits erreichte. So hätten sich die Erneuerbaren vom Nischendasein zu einer wichtigen Säule entwickelt. Allerdings sieht er auch noch viel Arbeit vor sich, die die Bundesregierung „strukturiert mit klarem Zeit- und Ausbauplan angehen“ wolle. „Wir führen das Gesamtsystem hin zu mehr Markt und mehr Kosteneffizienz bei erneuerbaren Energien. Wir setzen verstärkte Investitionsanreize bei der Energieeffizienz. Das ist die Richtschnur für das Jahr 2016. Und mit dem Strommarktgesetz setzen wir einen marktwirtschaftlichen Ordnungsrahmen für den Strommarkt der Zukunft", erklärte Gabriel bereits am Donnerstag. (Sandra Enkhardt)

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