Bereits vier PV-Freiflächenanlagen aus Ausschreibungen realisiert

Der britische Projektierer Solarcentury verkündete Mitte vergangener Woche, er habe das erste Photovoltaik-Freiflächenprojekt aus den Ausschreibungsrunden in Deutschland realisiert. Nun hat sich gezeigt, dass es wohl „nur“ das erste war, dass öffentlich vermeldet wurde. Als Reaktion meldete sich der deutsche Projektierer Greenvest Solar bei pv magazine und verwies darauf, dass sein in der zweiten Runde im August 2015 bezuschlagtes Projekt ebenfalls am Netz sei.

Eine Nachfrage bei der Bundesnetzagentur ergab nun, dass es noch zwei weitere Ausschreibungsprojekte gibt, die ebenfalls realisiert worden sind. „Bisher wurden durch die Bundesnetzagentur vier Förderberechtigungen für Freiflächenanlagen oder deren Erweiterungen ausgestellt“, erklärte ein Sprecher der Bonner Behörde am Freitag auf Anfrage von pv magazine. Die Aktualisierung des Anlagenregisters zeigt nun, dass dort neben dem Solarpark „Calvörde“ von Solarcentury noch zwei weitere Projekte auftauchen mit 10,0 und 9,97 Megawatt. Das erste Photovoltaik-Kraftwerk „Wertachtal-Augsburg“ stammt ebenfalls aus der Ausschreibungsrunde im April. Das zweite Freiflächenprojekt lässt sich keinem Zuschlag zuordnen. Beide Projekte sind aber noch vor der Anlage von Solarcentury in Betrieb genommen worden. Eine gesonderte Kennzeichnung dass es sich um Ausschreibungsanlagen handelt, nimmt die Bundesnetzagentur nicht vor. Zudem lässt sich so auch nur mit Verzug feststellen, wie viele Ausschreibungsprojekte wirklich schon realisiert sind. „Neben der Aktualisierung des Anlagenregisters zum Monatsende erfolgt keine Veröffentlichung der Bundesnetzagentur zu Freiflächenanlagen für die eine Förderberechtigung erteilt wurde“, so der Sprecher weiter.

Doch zurück zum Projekt von Greenvest Solar. Es handelt sich um ein Photovoltaik-Kraftwerk mit sechs Megawatt Leistung in Rastow nahe Schwerin, wie Geschäftsführer Matthias Bäcker im pv magazine-Interview erklärt. Greenvest Solar habe das Projekt auf den Flächen der Gemeinde entwickelt und im August über eine eigenes gegründete Projektgesellschaft in die Ausschreibungen eingebracht. Der damals ermittelte Einheitspreis für die bezuschlagten Photovoltaik-Freiflächenanlagen liegt bei 8,49 Cent pro Kilowattstunde. Damit wird der Solarstrom aus dem Projekt nun genau 20 Jahre lang vergütet.

Kurz nach Erhalt des Zuschlags Ende August 2015 hat Greenvest Solar nach einem Investor für das Projekt gesucht. „Das Investitionsvolumen von etwa fünf Millionen Euro hätte unsere finanziellen Mittel überstiegen“, sagt Bäcker weiter. Die in Heidelberg ansässige Athos Solar GmbH habe dann mit Eigenmitteln in das Projekt investiert und sich auch um die Umsetzung gekümmert. Die Installation der Solarmodule sei dann bereits im August und September durch die Enertek Energietechnik GmbH erfolgt. Mit dem Netzanschluss habe es dann noch bis Anfang 2016 gedauert, da es nach Bäckers Aussagen noch fünf Kilometer bis zum Einspeisepunkt zu überbrücken galt. Mittlerweile ist auch die Förderberechtigung von der Bundesnetzagentur ausgestellt worden. Sie sollte bei der nächsten Aktualisierung des Anlagenregisters durch die Bundesnetzagentur Ende Februar dann auch dort aufgeführt sein. (Sandra Enkhardt)