WEMAG-Großspeicher soll für Netzaufbau nach Stromausfällen sorgen

Der stationäre Großspeicher der WEMAG in Schwerin soll nun zeigen, dass er noch mehr kann, als Regelenergie zu liefern. Im Zuge des Demonstrationsprojekts „Kickstarter“ erhalte der 5-Megawatt-Speicher ein Upgrade seiner Steuerungssoftware und technische Anlagen, mit denen er für den raschen Wiederaufbau des Stromnetzes nach Großstörungen sorgen solle, teilte Younicos am Mittwoch mit. Bislang werden dafür nur konventionelle Kraftwerke genutzt. Im Zuge der Energiewende müssten Speicher, EEG-Anlagen und Gaskraftwerke die Systemdienstleistung „Versorgungswiederaufbau“ übernehmen, auch um Schäden in Millionenhöhe zu vermeiden.

Der Test mit dem WEMAG-Speicher soll nach dem Willen der Projektbeteiligten einem neuen innovativen Schwarzstartkonzept nun zur Marktreife verhelfen. „Unser Projekt zeigt einmal mehr die vielseitigen Einsatz- und damit Einnahmemöglichkeiten von intelligenten Großspeichern. Heute schon hat der Speicher am Primärregelmarkt höhere Erlöse erzielt als wir erwartet haben und ich bin überzeugt, dass sich auch diese Investition lohnen wird“, erklärte Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG. Younicos-Gründer Clemens Triebel sieht die smarte Software als Schlüssel, um das Potenzial von Batteriespeichern ausschöpfen zu können und die Anwendungsfelder zu erweitern. „Sie garantiert, dass der Batteriespeicher mehrere wichtige Systemdienstleistungen wie Regelleistung, Schwarzstart- oder Inselfähigkeit verlässlich bereitstellen kann“, sagte Triebel.

Neben WEMAG und Younicos ist die Universität Rostock an dem Demonstrationsprojekt beteiligt. Sie werde eine Simulationsplattform bereitstellen, da im täglichen Netzbetrieb reale Versuche nur bedingt möglich seien, hieß es weiter. Anhand von dynamischen Netzmodellen sollen verschiedene Störungssituationen so unter realistischen Bedingungen simuliert werden. Zudem gehöre die der Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG dem Projektkonsortium an. „Kickstarter“ wird Younicos zufolge von der Förderinitiative „Zukunftsfähige Stromnetze“ des Bundeswirtschaftsministeriums mit 800.000 Euro gefördert und wird eine Laufzeit von drei Jahren haben. (Sandra Enkhardt)