VDMA: Deutsche Photovoltaik-Zulieferer bekommen zunehmend Konkurrenz aus Asien

Der Umsatz der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland hat sich in den ersten drei Quartalen 2015 etwa auf dem Vorjahresniveau bewegt. Im dritten Quartal seien die Umsätze aber gegenüber dem ersten um knapp 86 Prozent gestiegen, teilte der VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel am Mittwoch mit. „Der deutsche Photovoltaik-Maschinenbau erlebt dieses Jahr einen deutlichen Aufschwung. Investitionen kommen momentan nicht nur aus Asien, sondern auch aus dem amerikanischen Wirtschaftsraum. Schlüsselkunden planen ihre zukünftige Produktionserweiterung mit deutlich höherem Volumen als in der Vergangenheit“, sagte Peter Fath, Geschäftsführer der RCT Solutions GmbH und Vorsitzender des Vorstands von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel.

Die deutschen Photovoltaik-Zulieferer bekommen allerdings auch immer mehr Konkurrenz. Der Weltmarktanteil hat in den ersten neun Monaten bei mehr als 50 Prozent gelegen, womit der deutsche Maschinenbau dem VDMA zufolge „seine hervorragende Wettbewerbsposition behaupten“ konnte. Allerdings nehme der Wettbewerb insbesondere mit asiatischen Ausrüstern an Intensivität zu, hieß es weiter. Die Exportquote der deutschen Photovoltaik-Anlagenbauer habe mit 85 Prozent weiterhin auf einem hohen Niveau gelegen. Die meisten Aufträge kämen dabei weiterhin aus Ostasien. Dieses „Brot- und Buttergeschäft“ für die deutschen Unternehmen habe einen Anteil von 56 Prozent am Umsatz in den ersten drei Quartalen ausgemacht. Diese Zahlen spiegelten auch in den letzten Quartalen zurückgestellte Auftragseingänge aus China und Taiwan wieder. Deutlich gestiegen seien die Aufträge aus den USA. Knapp 23 Prozent der Umsätze hätten die deutschen Hersteller dort erzielen können. Der Anteil Deutschlands habe bei 17 Prozent und das restliche Europa fünf Prozent ausgemacht, hieß es weiter. Umsatzstärkstes Segment für den deutschen Photovoltaik-Maschinenbau bleibt dem VDMA zufolge weiterhin das Produktionsequipment für die Zelle mit 54 Prozent, gefolgt von Produktionslösungen für die Dünnschicht-Photovoltaik mit 18 Prozent sowie Anlagen zur Poly-Silizium-, Ingot- und Waferfertigung mit 17 Prozent. Anlagen für die Modulproduktion hätten neun Prozent des Gesamtumsatzes ausgemacht

Erfreulich sei die Entwicklung der Auftragseingänge bei den deutschen Zulieferern aus Ländern außerhalb Asiens. Hier sei eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu verzeichnen. Das Niveau sei mit Auftragseingängen vor der Konsolidierung der Solarindustrie 2012 vergleichbar. Asien liegt mit 45 Prozent der Bestellungen zwar weiterhin vorn, doch die USA folgen mit 32 Prozent, aus Europa stammen 17 Prozent und aus Deutschland 15 Prozent, wie es weiter hieß. Vor Jahresfrist seien die Aufträge noch überwiegend aus Asien gekommen. Nun sei die regionale Streuung deutlich größer. Sie haben sich nach VDMA-Angaben in Europa versechsfacht, in den USA nahezu verdreifacht und in Deutschland verdoppelt. „Wir sehen für die nächsten 6 Monate eine weiterhin positive Entwicklung der Auftragseingänge und Umsätze. Hersteller investieren in PERC-Produktionstechnologien und auch Heterojunction-Anlagen“, sagte Jutta Trube, Leiterin von VDMA Photovoltaik-Produktionsmittel, zu den Zukunftsaussichten. Die Auftragsreichweite der Photovoltaik-Maschinenbauer habe im dritten Quartal 2015 mit 6,1 Produktionsmonaten leicht über der des deutschen Gesamt-Maschinenbaus. (Sandra Enkhardt)