Photovoltaik-Handelsstreit: Deutsche Astronergy-Produktion soll EU weiter beliefern

Die Chint Solar (Zhejiang) Co. Ltd.(Astronergy) ist aus dem bestehenden Undertaking zwischen der EU-Kommission und den chinesischen Photovoltaik-Herstellern ausgestiegen. In der vergangenen Woche hatte Brüssel Chint Solar wegen weitreichender Verstöße gegen die geltende Verpflichtung zu Mindestimportpreisen und Einfuhrvolumen bereits aus der Vereinbarung ausgeschlossen. Darauf nahm Astronergy nun Bezug. Demnach habe die EU-Komission moniert, dass wegen der Produktionsstätten des Photovoltaik-Herstellers in China und der EU die Gefahr von Quersubventionierungen bestünden, mit denen die Einhaltung der festgelegten Mindestimportpreise nicht überwacht werden könnten. Um dieses potenzielle Risiko auszuschließen, habe sich Astronergy für ein Werk entscheiden müssen, mit dem es Solarmodule für den EU-Markt liefere, hieß es weiter. Die Wahl sei auf die Astronergy Solarmodule GmbH in Frankfurt/Oder gefallen. Dies bedeute nun, dass nur die Solarmodule aus dem chinesischen Werk aus dem Undertaking ausgeschlossen seien.

Die Entscheidung für die deutsche Fabrik sei schwierig gewesen, hieß es bei Astronergy weiter. Dennoch sei die Schaffung von 270 Jobs in Deutschland als wichtiger und positiver Beitrag mit eingeflossen. Zugleich stellte der chinesische Photovoltaik-Hersteller nochmals klar, dass nur die Chint Solar (Zhejiang) Co. Ltd. an das Undertaking gebunden gewesen sei. Andere Tochtergesellschaften inklusive das Werk in Deutschland seien nicht von dieser Anti-Dumpingmaßnahme betroffen gewesen. Die Belieferung der Kunden in der EU werde durch die Astronergy Solarmodule GmbH und andere globale OEM-Produktionsstätten weiterhin gesichert sein, so das Unternehmen. Thomas Volz, Geschäftsführer von Astronergy Solarmodule, zeigte sich sehr froh, dass die Fabrik in Frankfurt/Oder für die Versorgung der Kunden innerhalb der EU zuständig bleibe. "Die Fabrik ist derzeit voll ausgelastet, die Auftragsbücher sind voll, so dass wir schon für die nächsten sieben Monate mit allen Produktionslinien planen, sagte Volz.

Europa bleibe für Astronergy ein wichtiger Markt. Künftig werde dieser weiterhin mit Solarmodulen aus Frankfurt/Oder beliefert werden. Gleichzeitig werde Astronergy aber seine globale Entwicklung vorantreiben und Optionen für neue Produktionsstätten außerhalb Chinas prüfen, erklärte Lu Chuan, Executive Vice President von Astronergy. „Wir sind uns sicher, dass die Produkte aus unserer Fabrik in Frankfurt(Oder) und auch die Produkte aus unseren ausländischen OEM Produktionen dort sehr wettbewerbsfähig sind, wo es derzeit Handelsbeschränkungen gibt, hauptsächlich in der EU und den USA“, so Chuan weiter.

Seit Anfang Juni hat die EU-Kommission bereits sechs chinesische Photovoltaik-Hersteller aus dem Undertaking ausgeschlossen. So konnten neben Chint Solar auch Sunny Energy, Canadian Solar, ET Solar, Renesola und Znshine Verstöße gegen das Abkommen nachgewiesen werden. Offiziell gilt das Undertaking bis zum 7. Dezember. Die von Solarworld geführte Vereinigung EU Prosun hat einen Antrag auf Überprüfung der Regelung eingereicht. Für den Fall, dass die EU-Kommission diesen Antrag annimmt, könnte das Undertaking zumindest für den Zeitraum der Prüfung weiterlaufen. Für ein Auslaufen der Mindestimportpreise haben sich mittlerweile einige Verbände und Vereinigungen positioniert, darunter Solarpower Europe, VDMA und SAFE. (Sandra Enkhardt)