Speicher: Neues aus Industrie, Politik und Forschung

Offiziell läuft die KfW-Förderung für Batteriespeicher im Zusammenhang mit kleinen Photovoltaikanlagen bis zum Jahresende. Seit Juli evaluiert nun das Bundeswirtschaftsministerium das Programm. Bis Anfang November gab es noch keine Entscheidung darüber, ob die Speicherförderung mit zinsverbilligten Krediten und Tilgungszuschuss im Zusammenhang mit kleinen Photovoltaikanlagen 2016 fortgesetzt wird.

Die Litarion GmbH hat nun ihre Lithium-Ionen-Batteriezelle, Litacell LC-40, auf den Markt gebracht. Diese neue Zelle sei für eine Vielzahl von Hochleistungsanwendungen ausgelegt. Die Batteriezellen könnten etwa für stationäre Energiespeicher bei Photovoltaik oder Windkraft eingesetzt werden oder bei mobilen Anwendungen mit hohem Energiebedarf. Die neuen Batteriezellen könnten mehr als 9.000 Mal vollständig geleert und wieder geladen werden. Sie verfügten dann noch immer über rund 80 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit. Die serienreife Batteriezelle soll in sechsstelligen Stückzahlen in Kamenz produziert werden, und für 2016 ist die Überschreitung der Marke von einer Million Zellen angestrebt.

Der stationäre Zwischenspeicher „Energy Neighbor“, den Forscher der Technischen Universität München (TUM), der Kraftwerke Haag GmbH, der VARTA Storage GmbH und des Bayerischen Zentrums für Angewandte Energieforschung (ZAE) entwickelt haben, ist Mitte Oktober offiziell in Betrieb gegangen. Er gehört zu dem vom bayerischen Wirtschaftsministerium mit 30 Millionen Euro geförderten Projekt „EEBatt“, bei dem dezentrale stationäre Batteriespeicher zur effizienten Nutzung erneuerbarer Energien und Unterstützung der Netzstabilität erprobt werden sollen. Mit 200 Kilowattstunden Speicherkapazität und 250 Kilowatt Leistung soll der Speicher künftig Leistungsspitzen der Photovoltaikanlagen und Verbrauchsspitzen der angeschlossenen Haushalte ausgleichen.

Eine Finanzierungslücke aufgrund gescheiterter Investorengespräche zwang den Speicherhersteller Knubix dazu, seinen Geschäftsbetrieb einzustellen. In den vergangenen Monaten hatte das oberschwäbische Unternehmen nach einem kapitalstarken Investor gesucht, um die nach der Anlaufphase eingegangenen Aufträge durch Ausbau und Konsolidierung von Entwicklung und Vertrieb zu bedienen.

Anfang Oktober hat die Hycube Technologies GmbH einige Aktionen gestartet. So bietet der Mannheimer Stromspeicherhersteller eine „Wechselprämie für Wechselrichter“ an. Bei der Installation eines neuen Hycube-Speichers würden die alten Wechselrichter in Zahlung genommen. Für neue Vertriebspartner gebe es ein „Power Upgrade“ im Wert von 1.500 Euro. Neue Partner erhielten bei der Bestellung automatisch die nächsthöhere Speichergröße von jeweils 2,4 Kilowatt. Zudem hat Hycube die Garantie auf zehn Jahre mit 6.000 Ladezyklen bei 80 Prozent Entladeleistung erhöht.

Der österreichische Energieversorger Verbund und der Photovoltaikanbieter Solavolta wollen gemeinsam die Tesla Powerwall in der Alpenrepublik anbieten. Der Tesla-Speicher „Daily Cycle Powerwall“ wird dabei als Komplettlösung mit einer Photovoltaikanlage ab 17.900 Euro verkauft. Darin inbegriffen seien ein Anlage mit vier Kilowatt Leistung, der Tesla-Homespeicher mit Lademanagement von Fronius sowie Planung, Montage und Inbetriebnahme. Bei bereits bestehenden Photovoltaikanlagen soll es eine Option zur Nachrüstung des Speichers geben. Voraussichtlich im ersten Halbjahr 2016 könnten Verbund und Solavolta die ersten Tesla-Speichersysteme ausliefern.

Solarwatt hat im Oktober mit der Auslieferung seines Batteriespeichers „My Reserve“ begonnen. Die Speicherlösung hatte der Hersteller auf der Intersolar Europe in München im Juni vorgestellt und direkt den EES Award dafür bekommen. „Die Nachfrage während und nach der Intersolar hat unsere Erwartungen weit übertroffen. Wir haben die Produktionskapazität entsprechend hochgefahren und beginnen jetzt Schritt für Schritt mit der Auslieferung der Speicher. Im Einzelfall kann es deshalb zu etwas längeren Lieferzeiten kommen“, erklärte Solarwatt-Geschäftsführer Detlef Neuhaus. Zunächst werde der Batteriespeicher nur mit 4,4 Kilowattstunden verfügbar sein. Der Bruttoendkundenpreis (UVP) dieses Speichersystems liege bei 5.499 Euro.

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