THEnergy: Nicht nur VW in der Pflicht – auch Hotels sollten Dieselabgase reduzieren

In traumhaften, abgelegenen Urlaubsregionen versorgen sich Hotels oftmals mit schmutzigen Dieselgeneratoren mit Strom. Anders als für die Autos von Volkswagen gibt es dabei keine Grenzwerte für die Emissionen von Dieselgeneratoren. Die Abgase stellten aber eine große Gesundheitsgefahr für Touristen und Angestellte dar, sagt Thomas Hillig, Gründer von THEnergy. Er sieht die Hotels auch deshalb in der Pflicht, mehr in Hybridlösungen zu investieren, bei denen Dieselgeneratoren mit Photovoltaik- und Windkraftanlagen gekoppelt werden. Diese seien in den vergangenen Jahren zunehmend preiswerter geworden und stellten daher auch eine attraktive Alternative dar.

Idealerweise würden Dieselgeneratoren tagsüber maximal als Reserve verwendet, erklärt Hillig. An vielen abgelegenen Orten sei Dieselstrom aufgrund hoher Transportkosten besonders teuer. In Solar- oder Wind-Diesel-Hybrid-Anwendungen seien die erneuerbare Energien daher bis zu 75 Prozent preiswerter als Dieselstrom. Die fallenden Preise für Stromspeicher machten auch deren Einstaz immer attraktiver. In diesem Fall könnte dann sogar komplett auf die Dieselgeneratoren verzichtet werden. Haupthemmnisse für Investitionen in solche Hybridlösungen sind Hillig zufolge aber noch die hohen Anfangskosten. Allerdings würden eben für Photovoltaik und Windkraft im Gegensatz zu den Dieselgeneratoren dann während der Lebenszeit von 20 bis 30 Jahren keine Brennstoffkosten mehr anfallen.

Mittlerweile gebe es auch innovative Geschäftsmodelle in diesem Bereich. „Wir arbeiten mit externen Investoren, die bereit sind, die Investitionen zu tätigen und den Solar- bzw. Windstrom an größere Hotels beziehungsweise Resorts zu verkaufen“, erklärt Thomas Hillig. Neben den Kostenersparnissen gebe es noch weitere Vorteile durch den Einsatz erneuerbarer Energien in den Urlaubsparadiesen dieser Welt. Besonders die Photovoltaik-Anlagen, aber auch die Windräder würden den Lärmpegel im Vergleich zu Dieselgeneratoren erheblich mindern. Auch der oft nicht unproblematische Transport des Diesels in die entlegenen Regionen werde damit eingedämmt. „Wir haben Diesel-Tanker in Ökosystemen wie den Galapagos Inseln sinken und einzigartige Natur zerstören sehen“, fügt Hillig hinzu, der mit THEnergy im Juni die Plattform „Erneuerbare Energien auf Inseln“ ins Leben rief.

Bislang hätten viele Hotels und Resorts noch nicht die Installation von Photovoltaik- und Windkraftlösungen in Betracht gezogen. Mit dem steigenden Umweltbewusstsein der Touristen – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des VW-Skandals, der weltweit für Schlagzeilen sorgt – könnten sie nun aber zunehmend unter Druck geraten, in diese Richtung zu denken. „Wir werden zahlreiche progressive Hotels und Resorts sehen, die bald in erneuerbare Energien investieren werden“, ist sich Hillig sicher. (Sandra Enkhardt)