Hanergy erwartet Verlust im ersten Halbjahr

Die Hanergy Thin Film Power Group hat am Sonntag eine „Gewinnwarnung“ veröffentlicht. Die Unternehmensspitze gehe nach Sichtung der vorläufigen Zahlen von einem substanziellen Rückgang von Umsatz und Nettoergebnis aus, teilte der an der Hongkonger Börse notierte chinesische Hersteller mit. Für das erste Halbjahr werde zudem ein Nettoverlust erwartet. Im Vorjahreszeitraum konnte Hanergy noch einen Gewinn von umgerechnet 129 Millionen US-Dollar vermelden.

Drei Gründe gibt Hanergy für die schlechte Geschäftsentwicklung an. Zum einen seien die Geschäfte mit der Muttergesellschaft Hanergy Holding Group oder anderen Tochtergesellschafter des Photovoltaik-Herstellers nach dem Absturz der Aktie um 47 Prozent im Mai ausgesetzt oder beendet worden. Der Einbruch des Kurses kostete Hanergy 19 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung. Die Hongkonger Börsenaufsicht ermittelt seit dem Vorfall zu den Hintergründen. Zum zweiten habe die Apollo Precision Ltd. Mitte Juni die Kaufvereinbarung über 900 Megawatt an Produktionsanlagen für Dünnschichtmodule sowie über technische Dienstleistungen storniert. Den Gesamtwert des Auftrags gibt Hanergy mit etwa 586 Millionen US-Dollar an. Dazu komme noch, dass der Hersteller bereits einiges Geld und Ressourcen in das Projekt investiert habe, die er nun komplett abschreiben müsse, gab Hanergy als dritten Grund an.

Mit Juli habe Hanergy einen Restrukturierungsvorschlag an die Hongkonger Börsenaufsicht übermittelt. Er ziele darauf an, kurzfristig alle Transaktien mit der Hanergy Holding und deren Tochtergesellschaften zu beenden. Mittlerweile sei die Hanergy Thin Film auch in Verhandlungen mit der Muttergesellschaft über eine Rückzahlung der Schulden sowie Kompensationszahlungen für die Stornierung des Auftrags. Allerdings müssten die Aufsichtsbehörden auch erst noch dem Restrukturierungsplan zustimmen.

Zur erwarteten Höhe des Verlustes wollte sich der chinesische Photovoltaik-Hersteller zunächst nicht äußern. Die Unternehmensspitze wird am 28. August die einer Sitzung die Halbjahreszahlen diskutieren. Anschließend sollen sie veröffentlicht werden. (Sandra Enkhardt, Ian Clover)