ZSW startet Ausschreibung für Power-to-Gas-Anlage

Das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) will die Weichen für einen wirtschaftlichen Betrieb seiner Power-to-Gas-Technologie (P2G) stellen. Dafür hat das Stuttgarter Institut nun eine Ausschreibung gestartet, in dem ein Standort und ein Betreiber einer P2G-Anlage mit einer elektrischen Anschlussleistung von mindestens einem Megawatt gesucht wird. Dabei solle per Elektrolyse Wasserstoff aus erneuerbarem Strom, sogenannter eH2, erzeugt und anschließend an Wasserstoff-Tankstellen verteilt werden. Perspektivisch könnten allein mit dieser Industrieanlage mehr als 1000 Brennstoffzellenfahrzeuge CO2-neutral geladen werden.

Die baden-württembergische Landesregierung fördert das Vorhaben mit insgesamt 4,5 Millionen Euro, wie es weiter hieß. Das ZSW koordiniert das Leuchtturmprojekt für nachhaltige Mobilität. Die Projektpartner aus Forschung und Industrie wollten dabei nachweisen, dass die Wasserstoff-Erzeugung durch P2G effizient und wirtschaftlich sei. Das ZSW forscht und erprobt die Technologie bereits seit Jahren. Es sei geplant, dass am selben Standort zusätzlich eine industrielle Testumgebung entstehen soll. Dort sollten im Projektverlauf eine optimierte 300-Kilowatt-Elektrolyse des ZSW und seiner Partner installiert und erprobt werden. Nach der Auswertung soll für die Industrie ein Leitfaden für einen wirtschaftlichen Betrieb von Power-to-Gas-Anlagen erstellt werden.

Den Betreiber der Anlage will das ZSW nun in einem öffentlichen Wettbewerb ermitteln. Die Anlage sollte sich in einem Umkreis von 250 Kilometer um Stuttgart befinden. Potenzielle Anbieter können sich auf die europaweite Ausschreibung bewerben. Die Bewerbungsfrist laufe bis zum 17. September. (Sandra Enkhardt)