Sonnenbatterie erwartet starkes 2. Halbjahr

Bei der Sonnenbatterie GmbH blickt man zufrieden auf das erste Halbjahr 2015 zurück. Mittlerweile produziert der Speicherhersteller aus Wildpoldsried im Allgäu monatlich etwa 500 Systeme, die direkt in den Verkauf gehen. Nach einem großen Kapazitätsausbau im vergangenen Jahr kann Sonnenbatterie die aktuelle Nachfrage komplett bedienen und will den weiteren Ausbau schrittweise vorantreiben. Dennoch sei der Hersteller flexibel und auch in der Lage, kurzfristig die Produktion zu erweitern, sollte die Nachfrage deutlicher als erwartet ansteigen, sagt Christoph Ostermann, Geschäftsführer der Sonnenbatterie GmbH, im Interview mit pv magazine. Momentan liege aber das Hauptaugenmerk auf dem Ausbau der Vertriebsstrukturen. Das Speichersystem „eco“ verkauft der Hersteller über seine Sonnenbatterie-Center. Das sind ausgewählte und speziell geschulte Installateursbetriebe. Bis zum Jahresende soll die Zahl der Center in Deutschland von derzeit rund 50 auf 60 bis 70 erhöht werden. Nächstes Jahr wolle Sonnenbatterie dann die 100 erreichen, so Ostermann weiter. Bei der Produktion der Photovoltaik-Speichersysteme sieht er auch noch Potenzial. In rund einem Jahr soll die Kapazität bei der Herstellung von etwa 1.200 Systemen pro Monat liegen, aber eben angepasst an die Nachfrageentwicklung.

Für Ostermann gibt es mehrere Gründe, warum er mit einem starken 2. Halbjahr rechnet. So hat allein die Ankündigung von Tesla, mit der „Powerwall“ in den Homespeichermarkt einzusteigen, viel Aufmerksamkeit für die Branche gebracht. „Dies hat zuvor kein anderer Hersteller geschafft“, sagt Ostermann. Viel mehr Menschen wüssten dadurch jetzt auch, dass es diese Technik auch hierzulande gibt.Allerdings bleibe abzuwarten, was die Produkte von Tesla wirklich könnten und leisteten. „Dennoch, mit starken, neuen Wettbewerbern muss man rechnen und insgesamt helfen allein schon solche Ankündigungen dem Markt nach vorn“, sagt Ostermann. Und dieser steht nach seiner Überzeugung noch ganz am Anfang.

Wie es mit der Speicherförderung für kleine Photovoltaik-Anlagen weitergeht, ist derzeit noch nicht ganz geklärt. Eine entsprechende Anfrage von pv magazine, ob sie auch 2016 fortgesetzt wird, blieb zunächst noch unbeantwortet. Sollte sie aber zum Jahresende auslaufen, erwartet Ostermann einen Nachfrageboom spätestens im vierten Quartal. Vergleichbar mit dem Run auf Photovoltaik-Anlagen in frühen Jahren, bevor eine große Absenkung der Solarförderung anstand. Sollte dies so kommen, würde auch Sonnenbatterie „schnell und flexibel“ reagieren können und die Produktion kurzfristig noch weiter steigern. Dies soll dann auch am Standort in Wildpoldsried geschehen, daran lässt Ostermann keinen Zweifel.

Bei den Kosten für die Photovoltaik-Speicher sieht er langfristig auf jeden Fall noch Potenzial nach unten. „Der Prozess ist degressiv. Doch mittlerweile sind die Geräte ausgereift, weshalb es nicht mit der Dynamik der vergangenen Monate weiter nach unten gehen kann und wird“, sagt Ostermann. Erst im letzten Jahr hatte Sonnenbatterie die Preise um 50 Prozent gesenkt. Für die Hersteller gebe es zwei große Stellschrauben. Zum einen könnten sie die Batteriespeicher weiter vereinfachen und somit Kosten sparen. Zum anderen billigeres Material einkaufen, wobei auch die Preise mit wachsender Skalierung der Produktion für den Einkauf sinken.

Markteintritt USA

Große Pläne hat Sonnenbatterie auch für den US-Markt. Auf der Intersolar North America in diesem Monat will der Hersteller zwei neue Produkte vorstellen. Eines sei für den privaten Dachanlagen-Markt bestimmt, das andere für den Kraftwerksmarkt. Die Anforderungen und Voraussetzungen für Speicher in den USA seien noch andere als in Deutschland. So gehe es bei kleinen Systemen stark um Eigenverbrauch, aber um Back-up-Versorgung. Bei großen Speichern läge das Hauptaugenmerk auf Peak-Shaving. Wegen des unterschiedlichen Strompreismodells zu Deutschland lohnten sich kommerzielle Speichersysteme in den USA besonders. „Die pay-back-Zeit liegt bei etwa 4,5 Jahren“, sagt Ostermann. Sonnenbatterie will im Commercial-Segment daher auch ein System mit bis zu 240 Kilowattstunden anbieten.

Die Anfangsinvestitionen für den Markteintritt liegen nach Aussage von Ostermann bei etwa drei Millionen Euro. Gerade jetzt investiere der Hersteller dort enorm, ohne Einnahmen generieren zu können. Erst vor wenigen Wochen eröffnete Sonnenbatterie in Atlanta sein Forschungs- und Entwicklungszentrum. Der Hauptsitz der US-Tochter ist allerdings in Los Angeles. In den USA arbeitet Sonnenbatterie auch gezielt mit Installateuren zusammen. Erst jüngst war eine Kooperationsvereinbarung mit Sungevity getroffen worden. Weitere Partnerschaften sollten folgen und würden voraussichtlich in Kürze bekannt gegeben. Ende September sollen dann auch die ersten Speichersysteme in den USA ausgeliefert werden, so Ostermann weiter. Abgestimmt auf den US-Markt seien dann auch Leasingmodelle denkbar, die derzeit aber noch in der Entwicklung seien.

Doch die USA sind nicht der einzige neue Auslandsmarkt für Sonnenbatterie in diesem Jahr. Seit kurzem gebe es einen Countrymanager für Italien. Er organisiere derzeit den Aufbau von Sonnenbatterie-Centern vor Ort. In diesem Jahr sollen noch 20 bis 25 Center in Italien entstehen. Die Belieferung mit Speichersystemen würde dann aus Deutschland erfolgen. Außerdem arbeitet der Hersteller bereits an seinem Markteintritt in Australien und Großbritannien. Schon im nächsten Jahr soll es soweit sein. (Sandra Enkhardt)