Ökostrom erreicht 32,5 Prozent im ersten Halbjahr

Der Ökostrom hat im ersten Halbjahr 32,5 Prozent zum gesamten Stromverbrauch in Deutschland beigetragen und habe damit einen weiteren Rekord erreicht, wie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) am Dienstag mitteilte. Maßgeblich verantwortlich für den weiteren Anstieg sei der starke Ausbau der Windenergie und die zugleich hohen Winderträge. „Mit knapp 33 Prozent ist der Erneuerbaren-Anteil im Stromsektor so hoch wie nie zuvor, das ist für Klimaschutz und Energiewende eine sehr gute Nachricht“, sagte Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE. Allerdings gibt es aus Sicht des Verbandes auch Defizite. „Doch darf das erfreulich gute Ergebnis bei der Windstromerzeugung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Ausbau bei anderen erneuerbaren Energien, insbesondere Photovoltaik und Biogas, derzeit stark rückläufig ist. Dort werden die von der Politik selbst gesteckten, ohnehin niedrigen Ausbauziele deutlich verfehlt“, so Falk weiter.

Der BEE wünscht sich von der Bundesregierung insgesamt eine „ambitioniertere Gestaltung der gesamten Energiewende“. Schließlich gebe es gravierende Einschnitte nicht nur bei Photovoltaik und Biogas im Stromsektor, sondern auch ein zu schwaches Wachstum in den Bereichen Wärme und Mobilität. Erneuerbare Energiequellen tragen nur zu knapp elf Prozent zum Wärmeverbrauch bei; der Anteil der klimafreundlichen Mobilität beläuft sich auf gerade mal fünf Prozent, wie es beim BEE weiter hieß. Im Zusammenspiel könne aber das Ziel für 2020 noch erreicht werden. Dies sieht einen Anteil von 18 Prozent Erneuerbare am Endenergieverbrauch vor. Im ersten Halbjahr habe dieser bei gut 14 Prozent gelegen. Der europäische Durchschnitt liege bei 15 Prozent, so der BEE weiter. (Sandra Enkhardt)