Daimler könnte bei Speichern an Tesla vorbeiziehen

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Tesla und BMW sind nicht allein – nun mischt auch Daimler offiziell mit. Der Stuttgarter Autokonzern steigt nun über seine Tochter Deutsche Accumotive in das Geschäft mit stationären Energiespeichern ein, wie die Daimler AG am Donnerstag angkündigte. Der erste Lithium-Ionen-Speicher im industriellen Maßstab sei bereits am Netz. Er werde von den Partnerunternehmen The Mobility House AG und Getec Energie AG betrieben. Für das Privatkundengeschäft im Bereich Speicherlösungen in Deutschland plane Daimler eine Kooperation mit dem Energiekonzern EnBW. Dies sei aber nicht als exklusive Partnerschaft gedacht, da der Autokonzern in Deutschland und international nach weiteren Vertriebspartnern suche. Die Mercedes-Benz-Energiespeicher können ab Juni bestellt werden und sollen ab Herbst ausgeliefert werden, wie es weiter hieß.

„Mercedes-Benz Energiespeicher sind das beste Beispiel dafür, dass Lithium-Ionen Batterien Made in Germany ein Zukunftsmodell sind“, erklärte Harald Kröger, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik & E-Drive Mercedes-Benz Cars. „Mit unserem umfassenden Batterie Know-how bei der Deutschen Accumotive beschleunigen wir die Energiewende sowohl auf der Straße als auch bei der Stromversorgung von Unternehmen und Privathaushalten.“ Erste Homespeicher in Kombination mit Photovoltaik-Anlagen liefen bereits: EnBW werde Privatkunden auf Wunsch künftig auch Komplettlösungen anbieten. Die Batteriemodule für Homespeicher bestünden aus jeweils 2,5-Kilowattstunden-Einheiten und ließen sich bis acht Modulen kombinieren. Im industriellen Bereich seien es 5,9 Kilowattstunden pro Batteriemodul, wobei der Speicher beliebig skaliebar sei.

Bereits im November 2014 berichtete pv magazine über die entsprechendenPläne von Daimler. „Wir werden künftig komplementär zu Batterien für Elektro-und Hybridautos auch in das Geschäft mit stationären und industriellen Speichern einsteigen“, kündigte damals Frank Blome, Geschäftsführer Deutsche Accumotive, im Gespräch mit pv magazine an. Daimler verfüge bei der Tochtergesellschaft bereits über eine funktionierende Serienfertigung und erfülle durch die Nutzung im Automobil zudem hohe Sicherheitsansprüche bei seinen Lithium-Ionen-Batterien. Die Konzeption für die industriellen und stationären Lithium-Ionen-Speichersysteme sei fertig. Daimler sieht mit dem Einstieg in das Speichergeschäft gute Wachstumschancen für die Deutsche Accumotive. Gleichzeit werde damit die Batterieproduktion am Standort Deutschland fortgeschrieben.

Der Strom aus dem ersten industriellen Großspeicher von Daimler im deutschen Stromnetz werde bereits an der Strombörse vermarktet. Der Speicher diene zudem zur Netzstabilisierung und Glättung der Lastspitzen. Der industrielle Großspeicher bestehe aus 96 Batteriemodulen mit einer Gesamtkapazität von mehr als 500 Kilowattstunden. Ein weiterer Ausbau auf 3000 Kilowattstunden sei in den kommenden Wochen geplant. (Sandra Enkhardt)

In der Juni-Ausgabe des pv magazine Deutschland finden Sie aktuelle Marktübersichten für Homespeicher- und Großspeichersysteme. Sie erscheint am 8. Juni.

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