Russischer Öl-Milliardär investiert in Photovoltaik

Hevel Solar will bis 2018 insgesamt umgerechnet 450 Millionen Euro (22,5 Milliarden Rubel) in den Bau von Solarparks in Russland investieren. Das Unternehmen ist ein 2009 gegründetes Joint Venture, an dem neben OAO Rusnano auch Renova mit 51 Prozent beteiligt ist, das dem russischen Öl-Milliardär Viktor Vekselberg gehört. Hevel Solar wolle mit den Investitionen von der geplanten Diversifizierung der Energieerzeugung im Land investieren. „Man muss nicht die ganze Zeit nur Kartoffeln essen. Man kann genauso gut auch mal Salat essen“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den Vorstandschef von Hevel Solar, Igor Akhmerov.

Bislang ist die Photovoltaik-Entwicklung in Russland nur langsam in Gang gekommen. Auch sind die Voraussetzung angesichts der bestehenden Energieüberschüsse und der sonnenarmen Monate auch nicht optimal. Allerdings hat Hevel Solar im Süden des Landes, an der Grenze zu Kasachstan, nun seinen zweiten Solarpark in der vergangenen Woche realisieren können. Es handelt sich um eine 5-Megawatt Anlage in Orenburg, wie das Unternehmen mitteilte. Das dritte Photovoltaik-Kraftwerk soll im Juli folgen. Zudem sei die Photovoltaik geeignet, um die überstrapazierten Netze zu entlasten sowie Dieselgeneratoren in abgelegenen Regionen zu ersetzen, wie Akhmerov betont. Sein Ziel sei es daher auch nicht Öl und Gas in Russland Konkurrenz zu machen, sondern die Photovoltaik dort auszubauen, wo sie am sinnvollsten ist.

Sein erstes Photovoltaik-Kraftwerk hat Hevel Solar mit Hilfe staatlicher Solarförderung im östlichen Sibirien realisiert. Noch in diesem Jahr soll Bloomberg zufolge damit begonnen werden, den Solarstrom zu verkaufen. Damit wäre es die erste geförderte Erneuerbaren-Energien-Anlage in Russland, die Strom für den Markt produziere. Die Förderung der Photovoltaik in Russland funktioniert über Ausschreibungen. Die erste Runde gab es 2013 und diese war auf Solar-, Windkraft- und kleine Wasserkraftwerke fokussiert. Die nächste Runde sei auf November verschoben worden. Nach Aussagen von Akhmerov befinde sich Hevel Solar derzeit noch in Gesprächen mit der Regierung, um dabei einen Schutz vor großen Währungsschwankungen zu erhalten.

Neben den Investitionen in neue Solarparks hat Hevel Solar auch in diesem Jahr eine Modulfabrik in Novocherbosksarsk eröffnet, wie es weiter hieß. Mit den dort produzierten Solarmodulen wolle Hevel Solar den Bedarf für die eigenen Photovoltaik-Projekte decken. Damit sei das Unternehmen unabhängiger von Währungsschwankungen. Zudem gebe es Gespräche mit anderen Solarinvestoren, auch diese zu beliefern. Hevel Solar wolle im Juli entscheiden, ob sie die Modulfertigung noch weiter ausbauen, so Akhmerov im Bloomberg-Interview.

Ziel der russischen Regierung ist es, bis 2020 insgesamt 1,5 Gigawatt Photovoltaik im Land auszubauen. Insgesamt will Hevel Solar nach eigenen Angaben insgesamt neun Solarparks in der Region von Orenburg mit einer Gesamtleistung von 95 Megawatt installieren. (Sandra Enkhardt)