Koalition will Strompreisentlastung und Grünstrommarktmodelle

Bereits in der vergangenen Woche trafen sich die Vertreter von CDU, CSU und SPD um über das weitere Vorgehen und die wichtigsten Aufgaben für die Zukunft auf verschiedenen Gebieten zu beraten. Dabei ging es unter anderem auch um das Thema Energie. Aus dem dazu veröffentlichten Papier „Wirtschaft begründet Wohlstand“ geht hervor, dass sich die Bundesregierung nun darum kümmern will, dass die gesunkenen Börsenstrompreise an die Haushalte und andere Tarifkunden weitergegeben würden. Dazu sollten Möglichkeiten geprüft werden.

Zudem kündigten die Koalitionsvertreter nun auch an Grünstrommarktmodelle prüfen und unter den EEG-Bedingungen als Alternative zur Direktvermarktung einführen zu wollen. „Sie können Vertriebe stärker in die Vermarktung von EEG-Strom einbinden und die Akzeptanz der Energiewende erhöhen. Entscheidend ist dabei, dass solche Modelle europarechtskonform sind und gegenüber der Direktvermarktung keine Mehrkosten für die Stromkunden verursachen“, heißt es in dem Papier. Einen konkreten Zeitrahmen für die Umsetzung nennen die Politiker allerdings nicht.

Erst vor rund einem Monat hatte ein Bündnis aus Ökostromanbietern und Verbänden fordert Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) aufgefordert, endlich zu handeln. „Minister Gabriel hat ein Dreivierteljahr nach der jüngsten EEG-Reform noch immer nicht die dort vorgesehene Verordnung für ein Marktmodell erlassen, das es Verbrauchern ermöglicht, direkt Ökostrom aus konkreten Anlagen zu beziehen“, erklärten die Unternehmen Clean Energy Sourcing, EWS Schönau, Greenpeace Energy, MVV Energie AG und Naturstrom AG. Das Bündnis hatte bereits im vergangenen Jahr ein „Grünstrom-Markt-Modell“ entwickelt und vorgestellt, dass eine direkte Lieferbeziehungen zwischen Ökostrom-Anlagen, Versorgern und Kunden vorsieht, ohne EEG-System und Strombörse zu nutzen. Damit könnte Ökostrom, der derzeit noch zum Graustrom verwaschen wird, direkt an Kunden geliefert werden. Rund 30 Unternehmen und Verbände unterstützen bereits dieses Modell. (Sandra Enkhardt)