Modulpreise im März gestiegen – Grund ist nicht die Mindestpreisanhebung, sondern der schwache Euro

Der kontinuierliche Preisanstieg für Solarmodule aus Nicht-Euro-Ländern setzt sich auch im zweiten Quartal unverändert fort. Nach und nach setzen alle asiatischen Hersteller ihre Modulpreise um ein paar Prozentpunkte hoch, wenn auch zögerlich, denn man weiß um den Effekt. Allein den deutschen Photovoltaik-Herstellern gelingt es, die Preise weitestgehend stabil zu halten. Bei genauerer Betrachtung ist dies zumindest in Einzelfällen jedoch dem Umstand geschuldet, dass Lagerbestände abgewertet und unter Listenpreis verkauft werden müssen. Die Welle der Geschäftsaufgaben und Insolvenzen ebbt bedauerlicherweise noch nicht ab.

So wie die Temperaturen im Frühling steigen, so wächst üblicherweise auch die Nachfrage nach Photovoltaik-Komponenten, denn der wirtschaftlich denkende Endkunde will jede Kilowattstunde nutzen, die ihm seine neue Anlage kostengünstig bietet. Das beschert den Installateuren dann regelmäßig volle Auftragsbücher. Das verhält sich in diesem Jahr etwas anders. Aufgrund der anhaltenden Wechselkursschwäche des Euro bewegen sich die Preise bereits seit Ende letzten Jahres kontinuierlich nach oben. Die aktuelle Anhebung des Mindestimportpreises (MIP) für chinesische Produkte um drei Eurocent hat dagegen so gut wie keine Auswirkung auf die aktuellen Preise, wie Vertreter von Modulherstellern und Distributoren kürzlich bestätigten.

Die Schere, die zwischen den sinkenden Vergütungssätzen und den steigenden Preisen immer weiter aufgeht, verhindert das dringend benötigte Anziehen des Photovoltaik-Marktes merklich. Hier helfen auch die gesunkenen Speicherpreise nicht weiter. Zwar werden viele Kleinanlagen mittlerweile mit Speichersystemen angefragt und der Absatz steigt hier laufend, von einem echten Boom kann jedoch nicht die Rede sein. Natürlich wartet der preisbewusste Kunde darauf, dass die Preise noch weiter zurückgehen und die Technik sich verbessert, bevor er irgendwann einmal bestellt – wenn überhaupt. Abgesehen davon handelt es sich hier um einen Trend, der sich weitestgehend auf Deutschland beschränkt. Im europäischen Umfeld ist ein flächendeckender Einsatz von Photovoltaik-Systemen mit intelligenten Speichern und Energiemanagement noch Zukunftsmusik.

Ein kleiner Bereich der Solarbranche erfreut sich jedoch steigender Nachfrage, wenn auch die Ursache weniger erfreulich ist: Nach dem Ende des Winters und den heftigen Unwettern der letzten Wochen ist der Bedarf an Ersatzmodulen stark gestiegen. Der Austausch von einzelnen defekten Modulen oder ganzen Strängen sorgt bei europäischen Installateuren und spezialisierten Großhändlern für reichlich Arbeit und guten Umsatz.

— Der Autor Martin Schachinger beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema Photovoltaik und Regenerativen Energien im Allgemeinen. Er ist innerhalb der Photovoltaik-Branche bestens vernetzt, was nicht zuletzt auf sein kontinuierliches Engagement für die internationale Online-Handelsplattform für Solarkomponentenwww.pvXchange.com zurückzuführen ist, welche er 2004 zusammen mit zwei Partnern ins Leben rief. Dort wird ein breites Spektrum an Markenprodukten, Neu- und Gebrauchtware mit unterschiedlichsten Spezifikationen angeboten. —