Italien schaltet Photovoltaik-Anlagen über 100 Kilowatt zur Sonnenfinsternis ab

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Die am Freitag bevorstehende partielle Sonnenfinsternis in Europa sorgt für einige Aufregung. In Deutschland wird derzeit heftig diskutiert, was mit den Photovoltaik-Anlagen passieren soll. Gerade bei wolkenlosem Himmel werden starke Schwankungen im Stromnetz bis hinzu zu Blackouts in Deutschland befürchtet. In Deutschland sind mehr als 38 Gigawatt Photovoltaik-Leistung installiert; in Italien immerhin rund die Hälfte mit 18 Gigawatt. Auch dort laufen die Überlegungen und es gibt bereits eine Entscheidung, wie Andreas Lutz von New Energy Projects pv magazine berichtet. Bei der Sonnenfinsternis würden sich die Photovoltaik-Anlagen viermal schneller als bei einem normalen Sonnenuntergang aus dem Netz verabschieden. Der italienische Übertragungsnetzbetreiber Terna befürchte daher massive Probleme und habe die „Totalabschaltung aller Photovoltaik-Anlagen über 100 Kilowatt verfügt“, sagt Lutz weiter. Obwohl in Italien die partielle Sonnenfinsternis nur etwa zwei Stunden dauere, müssten die betreffenden Photovoltaik-Anlagen den ganzen Tag – also von 0 bis 24 Uhr – abgeschaltet werden. Nach Angaben von Terna soll dies für das ganze Land gelten.

Nach Aussagen von Lutz kann Terna die Abschaltung verfügen, da es dafür eine rechtliche Grundlage durch einen Beschluss der Aufsichtsbehörde AEEG aus dem Jahr 2012 gebe. Die Netzbetreiber hätten in den vergangenen Tagen die Betreiber der Photovoltaik-Anlagen über die Pflicht zur Abschaltung am Freitag informiert. Es sei das erste Mal, dass dieser Beschluss wirksam umgesetzt werde, so Lutz weiter.

In Deutschland wird es voraussichtlich keine Verpflichtung zur Abschaltung der Photovoltaik-Anlagen geben. Allerdings ist hierzulande auch das Konstrukt etwas komplizierter. So haben die Übertragungsnetzbetreiber keinen direkten Zugriff auf die Photovoltaik-Anlagen, wohl aber die Verpflichtung für Netzstabilität zu sorgen. Die Abregelung der Photovoltaik-Anlagen müsste von den Verteilnetzbetreibern vorgenommen werden. "Als Übertragungsnetzbetreiber haben wir keinen Zugriff auf die Anlagen. Das geht über die Verteilnetzbetreiber. Es ist dadurch unsicher, wie viele Anlagen wir erreichen und abschalten würden“, erklärt eine Sprecherin vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet auf Anfrage von pv magazine. Experten würden daher empfehlen, nicht erst zu versuchen, Photovoltaik-Anlagen vom Netz zu nehmen. Dies sei aus ihrer Sicht sicherer. Anscheinend helfe es also nicht, „so viele Anlagen wie möglich vom Net zu nehmen, wenn man nicht weiß, wie viel es am Ende wirklich sind“, sagte die Tennet-Sprecherin weiter. (Michael Fuhs/Sandra Enkhardt)

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