Atomkonzern Areva kämpft wie Eon und RWE mit Energiewende-Problemen

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Areva hat angekündigt, bis Ende 2017 insgesamt weitere 1500 Stellen in Deutschland abbauen zu wollen. Der französische Atomkonzern stelle der Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergie im Jahr 2011 in Deutschland immer noch vor große Herausforderungen, sagte ein Sprecher auf Anfrage von pv magazine. Es sei versucht worden, das wegfallende Geschäft durch zusätzliche Projekte auszugleichen und damit den Standort Deutschland zu sichern. So habe Areva versucht, den Export im Bereich Kerntechnik zu verstärken, sich mehr im Rückbau der deutschen AKW zu engagieren und ein Wachstum im Bereich der erneuerbaren Energien zu erzielen, sagte Areva-Sprecher Stefan Pursche weiter. Trotz erster Erfolge sei die unternehmerische Entwicklung hinter den ursprünglichen Erwartungen zurückgeblieben.

Der Abbau der Arbeitsplätze soll sozialverträglich erfolgen. Areva werde „seit dem Ausstieg bis zum Ende des Jahres 2015 in Deutschland rund 1500 Arbeitsplätze im Bereich der Kernenergie sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut haben“, sagte Pursche. Auch beim künftigen Abbau von Stellen werde das Management weiterhin die Arbeitnehmervertreter einbeziehen. Areva beschäftigt in Deutschland nach IG-Metall-Angaben derzeit etwa 5300 Menschen an acht verschiedenen Standorten. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass bis zum Jahresende 500 der 1500 angekündigten Vollzeitstellen bei Areva in Deutschland gestrichen werden. Dabei sei noch nicht klar, ob einer der Standorte komplett geschlossen werde.

Der französische Atomkonzern kämpft aber nicht nur mit dem Ende der Kernkraft in Deutschland, sondern auch mit der Energiewende, wobei Areva vor allem auf den Ausbau der Offshore-Windenergie setzt. „Ein historisch niedriges Strompreisniveau führt in vielen Ländern zu sinkenden Investitionen in neue und bestehende Kraftwerke. Darüber hinaus verzögert sich der Rückbau der deutschen Kernkraftwerke wegen andauernder rechtlicher Auseinandersetzungen und fehlender politischer Rahmenbedingungen. Den Ausbau der Offshore-Windenergie haben in Deutschland lange Zeit die politischen Diskussionen um eine Strompreisbremse sowie technische Probleme beim Netzanschluss gebremst“, erklärte Pursche. Hinzu kämen noch interne Faktoren. So versuche Areva seine Strukturen und Prozesse weiter an die Marktsituation anzupassen und effizienter zu machen. Dies sei aber noch nicht abgeschlossen und beeinträchtige die Wettbewerbsfähigkeit. „Unzureichende Wettbewerbsfähigkeit beschränkt auch den Erfolg im Neugeschäft“, so Pursche weiter. Das Management wolle dem mit einem umfassenden Maßnahmenpaket begegnen. Die weiteren Schritte müssten aber erst noch intern entschieden werden.

Areva hat wie Eon im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Rekordverlust eingefahren. Er lag bei 4,8 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in der vergangenen Woche bekanntgab. Als Reaktion kündigte der Areva-Vorstand weltweit drastische Einschnitte und Einsparungen an. (Sandra Enkhardt)

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