Schwachlichtverhalten: sieben Prozent Betreiberrisiko

Ertragssimulationsprogramme wie PV*SOL von Valentin Software berücksichtigen diesen Effekt. Geschäftsführer Gerhard Valentin hat berechnen lassen, wie sehr sich der Ertrag einer Anlage am Standort Berlin unterscheidet, wenn sie einmal mit Modulen mit gutem Schwachlichtverhalten und einmal mit Modulen mit schlechtem Schwachlichtverhalten gebaut würde. Im ersten Fall errechnet die Software für eine Fünf-Kilowatt-Anlage mit 245-Watt-Modulen einen Ertrag von 4.897 Kilowattstunden. Im zweiten Fall, bei Modulen mit der gleichen Nennleistung, sind es nur 4.527 Kilowattstunden. Mit dem zweiten Modultyp hätte der Betreiber also mehr als sieben Prozent weniger Einnahmen.

Wenn die Module entsprechend billiger sind, kann es trotzdem sinnvoll sein, sie zu verwenden. Leider kann man sich auf die Schwachlichtangaben nicht bei allen Herstellern verlassen. Damit die Software das Schwachlichtverhalten berücksichtigen kann, müssen Modulhersteller in der Datenbank von PV*SOL die Parameter dafür hinterlegen. Diese sind aber nicht Teil der Gewährleistung und der Garantieversprechen der Hersteller. Oft werden sie nicht einmal angegeben. Dann berechnet die Software einen mittleren Ertrag von 4.727 Kilowattstunden. Um dem Käufer die Unsicherheit von in diesem Fall sieben Prozent der Einnahmen zu nehmen, fordert auch Gerhard Valentin, dass die Schwachlichtangaben von den Herstellern zugesichert werden müssten.

Sieben Prozent sind so viel, dass die Entscheidung „Anlage bauen oder nicht bauen“ kaum getroffen werden kann. Das Schwachlichtverhalten ist also eine existenziell wichtige Eigenschaft, die auch haftungsrechtlich genau beschrieben werden muss. Ansonsten sind die Angaben eine „Nullaussage“.