Entlassene Aleo Solar-Mitarbeiter können auf EU-Hilfe hoffen

Bei der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle sollen die entlassenen Mitarbeiter von Aleo Solar weitere Hilfe bekommen. Der EU-Haushaltsausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag dafür eine Empfehlung ausgegeben. Insgesamt sind für die ehemaligen Mitarbeiter von Aleo Solar und zwei weitere Tochterunternehmen Hilfen aus dem Europäischen Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) in Höhe von rund 1,095 Euro vorgesehen. Das EU-Parlament und der Rat müssen dieser Empfehlung aber noch zustimmen. Dies soll voraussichtlich im März der Fall sein. Insgesamt hat der Haushaltsausschuss 6,3 Millionen Euro zur Unterstützung von ungefähr 3000 Arbeitnehmern in Deutschland, Belgien und Polen vorgesehen. Die EGF-Hilfen sind für strukturschwache Regionen in Europa gedacht. Die Entlassungen bei Aleo Solar hätten eine Region in Deutschland getroffen, in denen die Arbeitslosenrate zu den höchsten gehöre. Die deutschen Behörden haben nach EU-Angaben die Hilfen aus dem EGF in Höhe von 1.094.760 Euro zur Wiedereingliederung von 476 entlassenen Arbeitnehmern in den Arbeitsmarkt beantragt.

Nach dem Ausstieg von Bosch aus dem kristallinen Photovoltaik-Geschäft suchte der Stuttgarter Konzern einen Käufer für seinen 90-prozentigen Anteil an Aleo Solar. Der ursprüngliche Plan war, dass die drei asiatischen Unternehmen Sunrise Global Solar Energy aus Taiwan, Choshu Industry aus Japan sowie Pan Asia Solar aus Hongkong über die SCP Solar die Assets und die Marke von Aleo Solar übernehmen und fortführen. Alle drei Investoren unterzeichneten auch den Kaufvertrag, doch mittlerweile haben sich die Firmen aus Japan und Hongkong aus unterschiedlichen Gründen wieder zurückgezogen und Sunrise Global Energy allein die Kaufsumme bezahlt. Choshu Industry und Pan Asia Solar sollen aber zu ihren vertraglichen Verpflichtungen stehen. Im Herbst vergangenen Jahres ist die Produktion von Aleo Solar in Prenzlau wieder aufgenommen worden. Die Kapazität lag dabei zunächst bei jährlich 120 Megawatt. Die nominelle Jahreskapazität des Werks liegt bei 300 Megawatt. Die Zahl der Mitarbeiter zu diesem Zeitpunkt lag bei 190. Vor der Übernahme waren es mehr als 700 Beschäftigte. (Sandra Enkhardt)